Sozialbetrüger

Griechenland zahlte 8 Milliarden Euro an tote Pensionisten

Ausland
31.10.2011 16:49
Dass Sozialbetrüger den griechischen Staat um viel Geld gebracht haben, war bereits bekannt. Doch das nun bekannt gewordene Ausmaß geht weit über die bisher angenommen Summen hinaus: Bis zu acht Milliarden Euro hat der griechische Staat im letzten Jahrzehnt für - bereits tote - Pensionisten überwiesen. Das musste der Direktor des größten griechischen Pensionsfonds IKA am Montag einräumen.

Sozialbetrug ist in Griechenland weit verbreitet und wird durch die schlechte Buchführung der Behörden erleichtert. Viele Griechen melden den Tod ihrer Angehörigen nicht, um das Geld weiterhin zu erhalten. War im Sommer noch eine dadurch entstandene Schadenssumme von jährlich rund 16 Millionen Euro in den Raum gestellt worden, dürfte die nun veröffentlichte gigantische Summe von acht Milliarden Euro selbst die griechischen Finanzexperten überrascht haben.

Kampfansage gegen Sozialbetrug
Man werde alles tun, um das Geld zurückzubekommen, versicherte der Direktor des staatlichen Versicherers IKA, Rovertos Spyropoulos, der die beschämenden Zahlen am Montag verkünden musste. "Wir werden es zurückfordern, bis auf den letzten Euro."

Schon im Sommer hatte Arbeitsministerin Louka Katseli angekündigt, genau prüfen zu lassen, ob staatliche Zahlungen zu Unrecht bezogen würden. IKA hatte zuvor die Zahlungen für 1.473 Pensionisten gestoppt, die in Wirklichkeit nicht mehr lebten. Eine daraufhin von der regierenden sozialistischen Partei eingeleitete Untersuchung brachte eine bemerkenswerte Entdeckung zutage.

Prüfer deckten wundersame Pensionisten-Vermehrung auf
Die Prüfer zählten insgesamt 9.000 griechische Pensionisten, die das hundertste Lebensjahr überschritten haben. Griechenland wäre demnach das Land mit der weltweit höchsten Rate Über-100-Jähriger. Eine wundersame Pensionisten-Vermehrung, denn bei einer Volkszählung im Jahr 2001 waren lediglich 1.700 Menschen dieses Alters in Griechenland registriert worden.

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