Trauergottesdienst

Duisburg gedenkt der Opfer der Loveparade

Ausland
31.07.2010 11:26
Eine Woche nach der Massenpanik auf der Duisburger Loveparade haben am Samstag Tausende Menschen der 21 Todesopfer gedacht. An dem Trauergottesdienst in der Duisburger Salvatorkirche nahmen am Vormittag auch Bundespräsident Christian Wulff, Kanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Norbert Lammert und die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, teil.

In der Salvatorkirche versammelten sich rund 550 Trauernde, darunter mehr als 100 Angehörige der Opfer, Hilfs- und Rettungskräfte. Unter den Politikern, die ihre Anteilnahme ausdrückten, war auch Außenminister Guido Westerwelle. Die Gedenkfeier wurde auf Großleinwänden im Duisburger Fußballstadion und in zwölf weiteren Kirchen übertragen. Statt der erwarteten Zehntausenden Bürger fanden allerdings zunächst nur einige Hundert den Weg in das Fußballstadion.

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck betonte in seiner Predigt die Hoffnung auf Heilung der Wunden - selbst nach dieser Katastrophe. "Ich glaube, dass Gott auch das Leid dieser Stunde heilen kann. Er hat uns nicht vor diesem Leid bewahrt und er bewahrt uns auch nicht vor vielem anderen Leid. Er gibt auch keine Antworten auf viele unserer Fragen. Und doch heilt er und ist da: für die Toten, für die Verletzten, für die Trauernden, für die Fragenden und auch für diejenigen, die sich der Verantwortung stellen müssen", so Overbeck wörtlich.

Auf die Frage nach dem "Warum?" gebe es keine leichte Antwort - nur die Hoffnung, dass Gott das Leiden der Opfer wie der Überlebenden und der Trauernden auffangen und heilen werde. Wörtlich sagte Overbeck: "Es bleibt schwer, mit dem zu leben, was geschehen ist. Und doch bleibt etwas und geht weiter, was auch der Name der 'Love Parade' zum Ausdruck bringt: die Liebe."

Druck auf Bürgermeister nimmt zu
Indes hat auch eine Woche nach der Katastrophe bei der Loveparade niemand die Verantwortung für das Unglück übernommen, bei dem 21 Menschen ums Leben kamen. "Warum?" - diese Frage steht auf zahlreichen Plakaten an der inzwischen zu einer Art Pilgerstätte gewordenen Unglücksstelle in Duisburg. Während sich die Stadt auf die Trauerfeier vorbereitete, nahm der Druck auf Bürgermeister Adolf Sauerland zum Rücktritt auch aus der eigenen Partei zu.

Noch 25 Verletzte im Krankenhaus
Der seit 2004 amtierende Sauerland lehnt einen Rücktritt aber ab und will über persönliche Konsequenzen erst entscheiden, wenn die Ursache des Unglücks geklärt ist. Dies dürfte noch Monate dauern. Die Kölner Polizei zog 60 Beamte in einer Ermittlungskommission zusammen. Sie werteten eine Flut von Informationen aus, darunter auch zahlreiche Fotos und Videos, sagte eine Sprecherin. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung. Von den mehr als 500 Verletzten waren am Freitag noch 25 in Krankenhäusern.

Bürgermeister nicht bei Trauerfeier
Sauerland war - wie angekündigt - nicht zur Trauerfeier erscheinen. Er tue dies aus "hohem Respekt vor den Angehörigen der Opfer", hatte er der "Bild"-Zeitung gesagt. Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt war der Politiker ausgebuht worden, inzwischen steht er unter Polizeischutz. Am Donnerstag hatten mehrere hundert Demonstranten vor dem Rathaus der Ruhrgebietsstadt seinen Rücktritt gefordert. Sauerland wird vorgeworfen, Warnungen von Polizei und Feuerwehr in den Wind geschlagen zu haben. Er hat dies zurückgewiesen.

Gedenktafel am Unglücksort geplant
Zum Erinnerung an die Opfer wollen mehrere Institutionen sowie der Stadtsportbund Duisburg eine Gedenktafel am Ort den Unglücks aufstellen. Bei einem Spendentrauermarsch soll das hierfür nötige Geld gesammelt werden.

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