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Wegen horrender Arbeitszeiten: 50 Mediziner kündigten

05.07.2011, 08:44
Wegen horrender Arbeitszeiten: 50 Mediziner kündigten (Bild: Peter Tomschi)
Foto: Peter Tomschi
Die Anzeigen des Arbeitsinspektorats gegen die LKH- Spitze wegen horrender Überstunden legen den Personalmangel im Spital offen. Ärzte berichten von massiven Zeitüberschreitungen der maximal erlaubten 72- Stunden- Woche. Betriebsrat und Ärztekammer fordern die Landeskliniken zum raschen Handeln auf.

"Wir lassen unsere Patienten sicher nicht im Stich." Der Ärztekammer- Präsident Karl Forstner stellt sich hinter seine durch endlose Überstunden geplagten Kollegen. Die Stimmung unter der Ärzteschaft? Niedergeschlagen. "Wir können nach dem Nachtdienst nicht nach Hause, sondern müssen durcharbeiten, mein Bett sehe ich erst in 30 Stunden wieder", klagt etwa eine junge Turnusärztin am Montag beim "Krone"–Lokalaugenschein.

Wochenarbeitszeiten von 98,5 Stunden keine Seltenheit

Volksanwalt Peter Kostelka hatte die Affäre ins Rollen gebracht. Weil immer weniger Ärzte für immer mehr Patienten da sein müssen, kommt es zu horrenden Überstunden, Wochenarbeitszeiten bis zu 98,5 Stunden sind keine Seltenheit. Besonders schlimm betroffen sind die Chirurgen, die Anästhesisten und die Radiologen. Das Arbeitsinspektorat griff durch und zeigte den Vorstand und drei Primarii an: "Vier Verfahren wegen acht Ärzten sind anhängig", heißt es aus dem städtischen Strafamt. Es drohen Tausende Euro Geldbuße.

50 Mediziner kündigten zwischen März und Juni

Doch die Ärzte können gar nicht anders. Personalnot, Stundenabbau, Krankenstände oder Urlaube zwingen die Mediziner länger zu arbeiten, "oft bis an die Grenzen der physischen und psychischen Belastung", weiß Betriebsrätin Christine Vierhauser.

Die Folge: Allein zwischen März und Juni kündigten 50 Mediziner, die eine Hälfte sind dringend gebrauchte Fachärzte, die andere schlecht bezahlte Turnusärzte. Vierhauser und Forstner fordern von Politik und Vorstand dringend mehr Personal und vor allem attraktivere Bedingungen: "Es kann doch wirklich nicht sein, dass unsere Ärzte wegen besserer Angebote ins Ausland abwandern."

Michael Pichler, Kronen Zeitung/red
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