An keiner einzigen Messstation wurde heuer der sogenannten vieljährige Mittelwert für die Zeitspanne Jänner bis April erreicht, geschweige denn überschritten, so die ZAMG in ihrem Dossier zum Thema Trockenheit in Österreich. Mancherorts dauert die aktuelle Trockenperiode bereits seit September 2010 an. Spätestens aber seit Weihnachten kommt es in Mitteleuropa gehäuft zu blockierenden Hochdruckwetterlage, welche regenbringende Tiefdruckgebiete oft weit nach Norden oder Süden ablenken.
Vor allem Oberösterreich wartet auf flächendeckende und ergiebige Niederschläge. Seit September vergangenen Jahres erfüllte kein Monat sein Niederschlags-Soll. Seither sind dort lediglich 60 Prozent der sonst üblichen Mengen gefallen. In Zahlen ausgedrückt: Es fehlen im Schnitt rund 250 Liter pro Quadratmeter, das entspricht etwa einem Viertel der Jahressumme. Auch im benachbarten Salzburg wurde ein ähnlich großes Niederschlagsdefizit registriert.
Bis auf Burgenland und Kärnten alle im Regen-Minus
Das Problem ist ein österreichweites: Laut ZAMG sind die Abweichungen von den Mittelwerten in Vorarlberg, Tirol, Niederösterreich, Wien und der Steiermark nicht ganz so hoch, aber ebenso ins Minus gerutscht (minus 24 Prozent in Tirol, minus 13 in Wien). Auf eine ausgeglichene Niederschlagsbilanz in den vergangenen acht Monaten könne nur das Burgenland zurückblicken. Einzig Kärnten weist in dieser Periode ein Niederschlagsplus auf.
Analysiert man einzelne Orte, so tritt das geringste Regen-Defizit seit Jänner mit einem Minus von etwa 10 Prozent am Neusiedlersee auf. Dem gegenüber stehen einige inneralpine Täler vom Murtal (Stmk) bis ins Paznaun (Osttirol), wo es im Jahr 2011 bisher nur etwa 30 bis 50 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags gab, wobei St. Jakob im Defereggental (Tirol) mit nur 28 Prozent der relativ gesehen niederschlagsärmste Ort in Österreich sei, so die ZAMG.
Aufruf an Naturliebhaber und Ausflügler
"Wir ersuchen daher alle Waldbesucher um ganz besondere Achtsamkeit. Wer einen Waldbrand entdeckt, sollte umgehend den Notruf 112 wählen, die Feuerwehr verständigen und in sicherer Entfernung vom Brand auf das Eintreffen der Einsatzkräfte warten, um diese bei Bedarf einweisen zu können", betonte am Montag Felix Montecuccoli, Präsident der Land- und Forst Betriebe Österreich.
Bei Ausflügen sollten wenn möglich keine Zigaretten geraucht oder die ausgetretenen Stummeln zumindest wieder mitgenommen werden. Von Lagerfeuern wird im Moment ebenso abgeraten wie von der Verwendung von Kerzen oder Fackeln. Selbst weggeworfene Dosen oder Flaschen können durch die Spiegelung oder Bündelung des Sonnenlichtes Brände auslösen. Besondere Brandgefahr bergen auch die Auspuffrohre von Autos, wenn diese am Rand von Waldwegen im Gras abgestellt werden. Trockenes Gras könne sich durch einen heißen Auspuff rasch entzünden, so Montecuccoli.
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