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Post AG schließt ihr "Daumendreh-Center"

02.09.2010, 16:31
Post AG schließt ihr "Daumendreh-Center" (Bild: Andi Schiel)
Foto: Andi Schiel
Die Österreichische Post setzt beim Personalabbau künftig verstärkt auf neue Sozialpläne, Abfertigungsmodelle und Arbeitsstiftungen – und schließt ihr als "Daumendreh- Center" und "Beamten- Endlager" verrufenes Karriere- und Entwicklungscenter. Dass damit mehr Mitarbeiter als bisher geplant abgebaut werden sollen, dementiert die Post. Es bleibe bei den bisherigen 800 bis 1.000 Mitarbeitern, die jährlich das halbstaatliche Unternehmen verlassen.

Maßnahmen wie "Golden Handshakes" und Co. werden "künftig eine wesentliche Rolle spielen", teilte die Post am Donnerstag mit. Mehrkosten werden von der Post - wenn überhaupt - nur im geringen Ausmaß erwartet. Dies hänge aber letztendlich von der Zahl der Mitarbeiter ab, die die Sozialpläne in Anspruch nehmen.

Statt KEC nun "Post- AMS"

Postchef Georg Pölzl will statt des KEC eine Art "Post- AMS" errichten und damit den internen Arbeitsmarkt ankurbeln. Derzeit sitzen knapp 500 Postler im sogenannten "Karriere- und Entwicklungscenter" und sind dort, zumindest zweitweise, zum Daumendrehen verurteilt. Für diese 500 gibt es laut Management nicht genug Arbeit, da sie aber beamtet sind, können sie auch nicht gekündigt werden.

Mit Jahresende soll das KEC Geschichte sein. Wie dann jene Institution heißt, in der die beamteten Postler untergebracht sind, die trotz verstärkter Anstrengungen keinen neuen Job hausintern oder extern (z.B.: bei der Polizei) finden und auch nicht über einen Goldenen Handschlag sich abfertigen lassen, ist noch nicht bekannt.

Personalvertretung erfreut über KEC- Aus

Die Personalvertretung der Postler freute sich jedenfalls über die Ankündigung, das KEC bis Jahresende 2010 aufzulösen. Damit habe das Management eine langjährige Forderung der Beschäftigtenvertreter erfüllt. "Das nun vorgelegte Konzept ist daher vom Grundsatz begrüßenswert, zumal sich wesentliche Forderungen der ArbeitnehmerInnen- Vertretung darin wiederfinden. Es wird sich aber im Zuge der kommenden Sozialpartnergespräche zeigen, ob das Konzept in der Praxis auch umsetzbar ist und nicht wieder in leeren Versprechen endet", so der oberste Personalvertreter Gerhard Fritz.

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