Während schon jeder unbescholtene Bürger damit leben muss, von Video-Kameras auf vielen öffentlichen Plätzen überwacht und gefilmt zu werden, gibt es bei den Familien- oder Sextreffen hinter Gittern keine Kontrollen. Für den Notfall wird ein Telefon in der Kuschelzelle stehen, mit dem man direkt in das Wachzimmer der Justizanstalt verbunden wird. Auch vor der Tür wird kein Justizbeamter als Wächter stehen. Ein Mitarbeiter: "Sex wird nicht zu verhindern sein!"
Kuschelzellen nach ausländischem Vorbild
Anstalts-Chef Hofrat Novak: "Jeder Häftling muss vorher ein Ansuchen stellen. Von uns wird dann überprüft, ob ein Langzeit-Besuch genehmigt wird." Es soll auch vorher in jedem Einzelfall geklärt werden, ob überhaupt die Familie, Frau, Freundin oder Lebensgefährtin für so einen Langzeit-Besuch bereit ist. Kuschelzellen gibt es in der Schweiz, in Slowenien und in der Ukraine.
Langzeit-Besuchszimmer auch für Frauenhaftanstalt
Mag. Thomas Geiblinger vom Justizministerium: "Nach einem Probebetrieb in Leoben hat sich gezeigt, dass der Ansturm nicht so groß war wie erwartet. Insgesamt haben erst 18 Häftlinge um einen Langzeit-Besuch angesucht." Im Justizministerium erwartete man sich durch die Kuschelzelle eine bessere Resozialisierung von Häftlingen mit langen Gefängnisstrafen.
Die Familien-Treffs sind nur vorgesehen für Verurteilte, die kein Recht auf Ausgang haben. Als Nächstes soll es Langzeit-Besuchszimmer in der Frauenstrafanstalt Schwarzau geben. Bis 2010 wird dann jedes Gefängnis in Österreich damit ausgerüstet werden.
Von Erich Schönauer
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