Verkehrschaos, weil alle Lampen ausgefallen sind, Menschen bleiben in den Aufzügen stecken, Straßenbahnen bleiben plötzlich stehen - dass Bilder wie diese keine an den Haaren herbeigezogenen Horrorszenarien, sondern Realität sind, zeigt ein Blick nach Amerika. In Florida hat der Ausfall eines Atomkraftwerkes vor wenigen Tagen Millionen Menschen von der Energieversorgung abgeschnitten. Nun hat Österreich bekanntlich keine AKWs, die Gefahr eines Blackouts besteht trotzdem.
Zu wenig Energie in Europa vorhanden
"In ganz Europa wird der Strom bereits knapp, weil Kraftwerke fehlen", erklärt Jürgen Großmann, Chef des Energieversorger RWE, in einem Interview mit einer Deutschen Tageszeitung. "Mittlerweile reicht bereits das Zusammentreffen eines trockenen heißen Sommers mit wartungsbedingten Ausfällen weiterer Kraftwerke, um die Versorgungssicherheit zu gefährden." Womit wir beim Stichwort Klimawandel wären, den auch Tahir Kapetanovic, Leiter der Stromabteilung der österreichischen E-control nicht außer Acht lassen möchte. "Die Sommer werden allgemein heißer, das letzte Mal hatten wir Probleme im Jahr 2003."
Die noch größere Schwierigkeit, neben dem verdunstenden "Wasserkraftwasser", ist aber das Hochspannungsnetz. Während in der einen Hälfte des Landes ein Strom-Überschuss herrscht, gibt es auf der anderen Seite ein Defizit. Die Folgen: starke Schwankungen.
von M. Pommer, Kronen Zeitung
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