Die Textänderung der Hymne wäre "ein schönes Signal, weil das auch eine Anerkennung der Leistungen von Frauen wäre", erklärte die Ministerin. Nach ihrer Rechtsauffassung gebe es auch keine urheberrechtlichen Probleme, da die Republik über die Rechte an der Bundeshymne verfüge. Kleine sprachliche Änderungen seien deshalb ihrer Meinung nach möglich.
Die Erweiterung um die Töchter im Text soll jedenfalls mit den ÖVP-Regierungsmitgliedern besprochen werden, kündigte Heinisch-Hosek an. Schließlich soll die Textänderung im Ministerrat beschlossen werden. Allerdings sei das kein Thema höchster Priorität, "weil das keiner Frau einen Arbeitsplatz oder mehr Geld am Konto bringt".
Preradovic-Erbin: "Es wird keine Klage geben"
Die Erbin nach Paula von Preradovic, Textdichterin der Bundeshymne, distanziert sich von der vom Sessler-Verlag angedrohten Unterlassungsklage gegen die PR-Kampagne des Unterrichtsministeriums. Auch im Falle einer Textänderung werde keinesfalls mit rechtlichen Schritten gedroht, betonte Koschka Hetzer-Molden. "Mich hat auch keiner danach gefragt." Im Übrigen gehöre die Bundeshymne bekanntlich der Republik.
"Der Autor und Verleger Fritz Molden und ich sind die Erben nach Paula von Preradovic", so Hetzer-Molden. Rechtliche Schritte gegen Unterrichtsministerin Claudia Schmied und die Sängerin Christina Stürmer werde es aber keine geben. Kritik übt sie aber an den Plänen von Heinisch-Hosek, die im Text der Hymne auch ganz offiziell die "Töchter" neben den "Söhnen" gewürdigt sehen will: "Ich persönlich halte diese alle paar Jahre auftretende Diskussion allerdings für lächerlich. Ich denke, dass keine Österreicherin durch das Zusatzwort 'Töchter' in der Hymne mehr Selbstvertrauen spüren wird."
Unwürdige Bundeshymne?
Wenn Heinisch-Hosek sich nun eine "würdigere Bundeshymne" wünsche, so Hetzer-Molden, "frage ich mich, ob die Österreicher und Österreicherinnen 62 Jahre eine unwürdige Bundeshymne gesungen haben".
Mehrere Versuche gescheitert
Die Diskussion um eine Textänderung in Richtung Gleichberechtigung ist nicht neu. 2005 schlug die damalige ÖVP-Frauenministerin Maria Rauch-Kallat vor, die Passage "Heimat bist du großer Söhne" durch "Heimat großer Töchter, Söhne" zu ersetzen - was der Thomas-Sessler-Verlag als Hüter der Urheberrechte verhinderte.
Und in den 90er-Jahren machten sich vor allem die Grünen und das Liberale Forum dafür stark, dass in der Hymne explizit die Frauen Österreichs erwähnt werden. Die Grünen brachten 1994 im Parlament einen entsprechenden Entschließungsantrag ein, das Liberale Forum ein Jahr später. Beide Initiative blieben ohne Erfolg.
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