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Heimische Banken sind "wetterfest" gegen Krisen

28.10.2011, 16:59
Heimische Banken sind "wetterfest" gegen Krisen (Bild: APA/BARBARA GINDL, EPA, APA/ROBERT JAEGER)
Foto: APA/BARBARA GINDL, EPA, APA/ROBERT JAEGER
Am kommenden Montag ist Weltspartag, und die Kunden können laut Experten getrost weiter ihr Erspartes den heimischen Banken anvertrauen. Denn die Diskussion um einen höheren "Kapitalbedarf" dient vor allem dazu, die Institute "wetterfest" gegen mögliche Krisen zu machen. Als einziges Problemkind unter Österreichs Geldinstituten gilt die Volksbanken AG.

Österreichs Banken machen im Vergleich zur internationalen Konkurrenz kaum Spekulationsgeschäfte, versichert der Chef der Bankenaufsicht in der OenB, Andreas Ittner. Ihre finanzielle Situation hat sich auch nicht verschlechtert. "Es geht nur darum, den Sicherheitspolster zu erhöhen."

Damit die Institute auch den wenig wahrscheinlichen Fall großer Staatspleiten in Europa sicher überleben, müssen sie in den Bilanzen höhere Eigenmittel aufweisen. "Die Einlagen der Sparer sind völlig sicher", ergänzt Harald Ettl von der FMA.

Volksbanken- Zukunft noch ungewiss

Der Wirtschaftsforscher Bernhard Felderer geht davon aus, dass Österreichs Banken den Eigenmittelbedarf selbst decken. Erste Group und RZB (Raiffeisen Zentralbank) wollen aus eigener Kraft ihr Kapital erhöhen. Dass die Erste heuer einen Riesenverlust von bis zu 800 Millionen Euro ausweisen wird (siehe Infobox), hat mit hohen Abschreibungen auf Ost- Banken, Staatspapiere und Kreditausfallversicherungen zu tun. Das operative Geschäft ist klar positiv. Ein Sonderfall ist die ÖVAG.

Die Volksbanken AG gilt als das Problemkind unter den heimischen Banken. Eine Milliarde Euro an Staatshilfe hat sie bereits bekommen und konnte weder im Vorjahr noch heuer die Zinsen (9,3 Prozent) dafür zahlen. Nach dem Verkauf der Ostbeteiligungen wird der Konzern umstrukturiert (Infobox), die regionalen Volksbanken werden stärker integriert. Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, wird man wissen, wie viel zusätzliches Eigenkapital die ÖVAG benötigt.

Der Staat wird Aktionär

Es wird zwar weniger als die von der EU errechneten 900 Millionen Euro sein. Doch würde niemanden wundern, wenn die ÖVAG noch einmal Staatshilfe braucht. Diesmal wird es kein "Partizipationskapital" geben, sondern die Republik dürfte sich als neuer Aktionär direkt beteiligen. Mit solchen Modellen hat man im Ausland (USA, Schweden usw.) gute Erfahrungen gemacht. Die erste Tranche muss übrigens bis 2018 zurückgezahlt werden. Gelingt das nicht, kann auch dieses Geld in eine direkte Beteiligung umgewandelt werden. Dann wäre die ÖVAG teilverstaatlicht.

Die "übrigen" Banken

Von den neuen Eigenmittelvorschriften der EU sind nur "systemrelevante" Banken betroffen, also große Finanzkonzerne. Die Hypo Alpe Adria und die frühere Kommunalkredit zählen nicht dazu. Außerdem wurden diese beiden bereits verstaatlicht. Die Bank Austria gehört der italienischen UniCredit, die rund 4,4 Milliarden Euro benötigt.

Manfred Schumi, Kronen Zeitung
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