"Krone": Was ist da am Freitag in Patras genau passiert?
Arnold Kumpitsch: Ich hab' geahnt, dass sich Personen im Lkw- Aufleger befinden und deshalb im Hafen einen Polizisten geholt. Der hat nachgeschaut, zwischen den Orangen 17 Afrikaner entdeckt und sofort Alarm geschlagen.
"Krone": Und was geschah dann?
Kumpitsch: Etwas Irres. Der Polizist hat Arbeiter mit einem Hubstapler geholt. Sie haben die Ladung umgeräumt, dann musste ich für den Aufwand 266 Euro bezahlen. Erst dann, völlig unerwartet, sind mir die Handschellen anlegt, bin ich verhaftet worden - wegen Schlepperei! Für die war ich ein Verbrecher.
"Krone": Wann ist das passiert?
Kumpitsch: Zu Mittag. Sie haben mich in eine sechs Quadratmeter kleine Zelle eingesperrt: 40 Grad Hitze, bis zu 15 Leute auf engstem Raum, ein Schlangenfraß und Toiletten, vor denen es einem nur graust. Ich war allein und hilflos - bis Samstag.
"Krone": Was geschah dann?
Kumpitsch: Am Samstag hat mich unser Konsul besucht - und mir zugehört. Da hab ich Hoffnung geschöpft.
"Krone": Sie mussten aber noch bis Montag ausharren.
Kumpitsch: Leider, aber dann sind zwei Anwälte gekommen, die die oberösterreichische Spedition Haslinger (bei der Arnold Kumpitsch beschäftigt ist, Anm.) geschickt hat. Sie konnten die strenge Richterin von meiner Schuldlosigkeit überzeugen. Dazu kam, dass das Schloss des Auflegers aufgebrochen gewesen war und alle 17 Schwarzafrikaner zu meinen Gunsten ausgesagt haben - dass ich ahnungslos war, als sie sich nachts in den Aufleger schlichen.
"Krone": Jetzt sind Sie wieder frei.
Kumpitsch: Ja, seit Montag, 15 Uhr Ortszeit. Nur - den Lkw- Zug haben die Behörden beschlagnahmt. Und das verstehe ich eben nicht. Gegen mich wird keine Anklage erhoben. Was, bitte, hat das Fahrzeug verbrochen?