Die beiden Frauen waren auf äußerst brutale Weise getötet worden. Laut Anklage soll die Heimhilfe beim Verlassen der Wohnung abgepasst und dann mit gezählten 19, teils mit äußerster Wucht geführten Stichen getötet worden sein. Als Halina H. zu Boden stürzte, wurde sie noch mit Fußtritten und Schlägen traktiert. Sie hatte ebenso keine Überlebenschance wie Stephanie V., die der Anklage zufolge in der Küche mit 14 Messerstichen ermordet wurde. Offenbar zur Beseitigung von Spuren wurden die beiden Leichen danach in Brand gesetzt.
Notorische Geldnöte als Motiv
Der Staatsanwalt hatte in seiner Anklage viele Indizien zusammengetragen: Da war die Bekanntschaft der beiden Beschuldigten mit dem Sohn des betagten Opfers, der im gemeinsamen Stammlokal mehr als einmal mit dem Vermögen seiner Mutter geprahlt hatte. Da waren die notorischen Geldnöte der beiden Angeklagten, die nach der Tat plötzlich ausgedehnte Praterbummel samt Taxifahrten unternommen hätten.
Da gebe es Verletzungsspuren bei beiden Beschuldigten, die laut Gutachten von "Abwehrhandlungen" stammen könnten. Und da gibt es vor allem einen Zigarettenstummel, auf dem die DNA von Andreas B. gefunden wurde. Bei seinem Freund Martin S. fanden die Ermittler Blutspuren auf einem Gürtel und einer Jeans, die von der Heimhilfe Halina H. stammen.
Beschuldigte bestreiten Tat
Doch die Angeklagten bestreiten jeden Zusammenhang mit der grauenvollen Tat und hatten auf jede Frage von Staatsanwalt oder Richterin eine Antwort. Die eigenen Verletzungen? B.: "Vom Spielen mit dem Hund. Des is a Pitbull und ka Pudel." S.: "Ich leide unter Neurodermitis. Da kratze ich mich manchmal wund." Die Blutspuren an Gürtel und Hose? S.: "Das sind Mischspuren. Man begrüßt sich im Kaffeehaus auch mal mit einer Umarmung. Was weiß ich, wo der- oder diejenige zuvor gewesen ist."
Auch das ihnen von der Anklage unterstellte Motiv - Geldsorgen, die sie mit einem Raubüberfall lindern wollten - ließen die beiden nicht gelten. Ihre nicht unbeträchtlichen Verbindlichkeiten hätten sie als keine existenzielle Belastung empfunden, betonten sie.
Andreas B. räumte ein, mit 7.000 Euro in der Kreide gestanden zu sein, aber er habe "immer a Geld" gehabt: "Ich hab' net viel, aber i hab' nie was anschreiben lassen. So was gibt's bei mir net." Auch Martin S. behauptete, nicht unter seinen Geldproblemen gelitten zu haben - obwohl ab August 2008 sein Gehalt gepfändet wurde. Zulagen seien davon nicht betroffen gewesen: "Meine Finanzen waren geregelt. Ich hab' alles unter Dach und Fach gehabt."
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