Eigentlich hätte man wegen der vielen Firmeneinbrüche in der Region das Materiallager mit Videokameras absichern wollen, so die Begründung. Dennoch befinden sich die "elektronischen Augen" jetzt auch in der Produktionshalle und sogar auf dem Gang vor den Toiletten. "Das ist eine arge Verletzung unserer Menschenwürde!", sind viele Mitarbeiter erbost.
Die Gewerkschaft reagierte und brachte eine Klage beim Arbeitsgericht St. Pölten ein, die in erster Instanz abgelehnt wurde. Die Personalvertreter ließen jedoch nicht locken: Jetzt befasst sich das Oberlandesgericht in Wien neuerdings mit der Causa. Die Verhandlung verläuft viel versprechend.
AK-Jurist Wolfgang Massl erklärt: "Die Überwachung von Eingang und Lager ist rechtlich in Ordnung. Wenn aber die Beschäftigten ständig beobachtet werden, muss der Betriebsrat zustimmen." Auf Anfrage der "Krone" meldete sich SPÖ-Landesrat und FSG-Vorsitzender Emil Schabl zu Wort: "Schutz vor Einbrechern schön und gut, doch hier wird eindeutig über das Ziel hinausgeschossen!"
Von Thomas H. Lauber
Symbolbild
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