Vogelgrippe-Alarm

Erneut drei Verdachtsfälle in Wien

Österreich
31.03.2006 19:51
Wieder Vogelgrippe-Verdacht in Wien: Bei drei toten Schwänen wird im EU-Referenzlabor in Weybridge überprüft, ob die in der Bundeshauptstadt gefundenen Tiere mit dem für Menschen gefährlichen H5N1-Virus infiziert waren. Eines der Tiere wurde am 21. März im Wasserpark, die beiden anderen am 23. März beim Donaukraftwerk Freudenau gefunden, hieß es am Freitag in einer Rathaus-Aussendung. In DEutschland hat der Fund eines toten Schwans in einem Postpaket für Aufregung gesorgt.

Als Folge der neuen Verdachtsfälle in Wien sollen die bestehenden Schutzzonen in Wien ausgeweitet werden. Bisher fielen die Bezirke Floridsdorf und Donaustadt in diese Kategorie. Nun sollten noch die Bezirke Leopoldstadt und Simmering hinzukommen, so der Chef des Wiener Veterinäramtes, Walter Reisp. Diese Regelung werde mindestens bis Ende April aufrechterhalten. Weiterhin gesperrt bleibt der Wasserpark in Floridsdorf, bei dem neben dem jetzigen Verdachtsfall bereits zwei verdächtige tote Schwäne gefunden wurden.

Bereits fünf Verdachtsfälle
Insgesamt summiert sich die Zahl der H5N1-Verdachtsfälle in Wien mit den drei jetzt bekannt gewordenen Funden auf fünf. Beim ersten Schwan, dessen Fund am 18. Februar bekannt geworden war, hatte sich in der Untersuchung herausgestellt, dass er mit dem für Menschen ungefährlicheren H5-Virus und nicht dem H5N1-Virus infiziert war.

H5N1 in Vorarlberg bestätigt
Am Freitag wurde auch ein weiterer H5N1-Fall für Vorarlberg bestätigt. Das Virus wurde bei einer am 16. März in Hard am Bodensee aufgefundenen Wildente festgestellt.

Toter Schwan in Postpaket
In Deutschland hat der Fund eines toten Schwans in einem Postpaket für Aufregung gesorgt. Die Mitarbeiter eines Paketdienstes in Nürnberg hatten die Sendung geöffnet, weil aus dem Paket Sekret ausgeflossen war. Das Tier war für einen Vogelgrippetest an das Erlanger Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gesendet worden, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag bestätigte. Es sei nicht vorschriftsmäßig als diagnostische Probe gekennzeichnet gewesen.

„Das war eine Schlamperei - das sollte so nicht sein", sagte der Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums, Roland Eichhorn. Das Versenden mit einem Paketdienst sei den Vorschriften nach bei Vögeln ohne konkreten H5N1-Verdacht zulässig, jedoch müssten sie unbedingt als Proben gekennzeichnet sein. Der Flügel des Tieres sei gebrochen und habe die Hülle der Verpackung durchstoßen. Das bayerische Umweltministerium meldete am Freitag zwei neue Schwäne mit Vogelgrippe in Mittelfranken. Damit stieg die Gesamtzahl der Vogelgrippefälle in Bayern auf 40.

Wassersportler nicht gefährdet
Um Ängsten wegen der Tierkrankheit entgegen zu wirken, wies die Internationale Bodenseekonferenz in Konstanz darauf hin, dass Wassersportler auf dem Bodensee nicht durch die Vogelgrippe gefährdet seien. Obwohl einzelne Wasservögel das Virus in sich tragen könnten, sei die Infektionsgefahr für Menschen äußerst gering. Weltweit gebe es keine Hinweise darauf, dass die Erreger von Wildvögeln auf den Menschen übertragen werden.

Erster Fall in Jordanien
Jordanien registrierte unterdessen die erste H5N1-Infektion bei Menschen. Es handle sich um einen Ägypter, der zwei Tage zuvor eingereist sei, teilte das Jordanische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Er habe sich bereits in seinem Heimatland infiziert.

In Indonesien ist ein erst ein Jahr altes Mädchen das 23. Todesopfer durch die Vogelgrippe geworden. Tests in einem Labor der Weltgesundheitsorganisation bestätigten laut WHO eine Infektion des Kleinkindes in Jakarta mit dem aggressiven Virustyp H5N1.

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