Die Serie der Anschläge auf Bankomaten in Kärnten, Salzburg und Tirol hatte für großes Aufsehen gesorgt, Staatsanwalt Franz Simmerstatter strich bei seinem Eröffnungsplädoyer die brutale Vorgehensweise hervor. Die Bande erbeutete dabei mehr als 350.000 Euro Bargeld.
In Italien erhielt die Frau, die an den Überfällen beteiligt war, von den Medien die Bezeichnung "Signora Kalaschnikow", da sie bei allen Sprengüberfällen mit einem automatischen Gewehr bewaffnet war. Nach ihrer Verhaftung schwiegen Giovanni und Martina G. eisern, weder vor der Polizei noch vor dem Untersuchungsrichter nahmen sie zu den Vorwürfen Stellung.
Verteidiger wirft Fehlen von Beweisen vor
Vor Richterin Sabine Roßmann beteuerten beide ihre völlige Unschuld. Der Verteidiger des Angeklagten warf dem Ankläger vor, "wohl noch nie so wenig in der Hand gehabt zu haben wie in diesem Fall". Offenbar habe der öffentliche Druck die Behörden dazu gedrängt, "schnelle Ergebnisse" liefern zu müssen und so sei sein Mandant "zum Handkuss gekommen".
Drei Verfahren ohne Ergebnis in Italien
Er betonte, dass in Italien kein Verfahren gegen Giovanni G. anhängig sei, auch nicht gegen seine Frau. Die Verteidigerin von Martina G. konzedierte, dass in den vergangenen sechs Jahren in Italien drei Strafverfahren gegen das Ehepaar geführt worden seien, man habe ihnen jedoch nie eine Straftat nachweisen können.
Der Prozess war für den ganzen Tag anberaumt. Beobachter rechneten nicht mit einem Urteil, da die Verteidigung zahlreiche Beweisanträge angekündigt hatte.
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