Sorge um 500 Jobs

AUA-Betriebsrat: “Glauben Vorstand nicht mehr”

Österreich
26.01.2012 15:22
Rund 750 AUA-Piloten und Flugbegleiter haben am Donnerstag in einer Betriebsversammlung gegen einen neuen Spar-Kollektivvertrag des Managements protestiert. Die Belegschaft fürchtet, dass die AUA-Spitze - entgegen aller Beteuerungen - in seinem drastischen Sparplan sehr wohl Kündigungen plant. Bei der Sitzung war von 500 Mitarbeitern im fliegenden Personal die Rede. "Wir glauben dem Vorstand nicht mehr", sagte Bord-Betriebsratschef Karl Minhard (zweites Bild).

Die Personalvertretung kommt in Summe zu "57 Prozent mehr Arbeit bei weniger Gehalt" und sieht sehr wohl einen neuen deutlichen Jobabbau bevorstehen. Schon mit den Boeing-Flugzeugverkäufen fielen viele Jobs weg. Dagegen sei die Beschaffung von sieben neuen Airbussen durchaus ungewiss, so der Betriebsrat. Der AUA-Vorstand hatte jedoch Kündigungen in den letzten Wochen mehrfach in Abrede gestellt. "Es wird keine Gehaltskürzungen und keinen Mitarbeiterabbau geben", versicherte ein AUA-Sprecher am Donnerstagnachmittag nach der Protest-Betriebsversammlung. 

AUA-Chef drängt auf Entscheidungen
AUA-Chef Jaan Albrecht habe in einem Mail an die Belegschaft am Mittwoch offenbar Unwahrheiten verbreitet, vermutet hingegen Belegschaftsvertreter Minhard. Albrecht habe in dem Schreiben festgehalten: "Es geht nicht um den billigen Abbau von Arbeitsplätzen, nicht um 57 Prozent mehr Arbeit bei weniger Bezahlung, nicht darum, das Privatleben der Mitarbeiter unplanbar zu machen und nicht um die Zerstörung von Karrieren." Vielmehr gehe es um den Fortbestand der AUA und die Sicherung der Jobs, versicherte der Manager.

Betriebsrat zweifelt an Aussagen des Chefs
Dass Karriereplanungen nicht zerstört würden, zweifelt Minhard an, wenn nun u.a. Zuschläge, Pensionsleistungen und Vorrückungen gekürzt werden sollten. Es gehe sehr wohl um einen Gehaltsverlust, wenn Überstundenabgeltungen und Mehrleistungszahlungen sowie Pensionen gekürzt und Inflationsanpassungen oder Jubiläumsgelder gestrichen und Arbeitszeiten verlängert würden.

Sorgen bereitet den Mitarbeitern auch, dass Gehaltsstufen eingefroren werden. Und eine sogenannte Krisenklausel, mit der der Vorstand die Gagen im Notfall nochmals um einen zweistelligen Prozentsatz kürzen könnte, ist dem fliegenden Personal ein besonderer Dorn im Auge. Das wäre dann kein KV mehr, findet die Gewerkschaft. Die Definition von Krise würde es wohl erlauben, die Krisenregelung zum Normalfall geraten zu lassen.

Basis fordert erneut Einsparungen beim Management
Von der AUA-Basis kamen auch am Donnerstag erneut Forderungen, die AUA möge doch einmal beim Management einsparen. "Wir nehmen das ernst", so Minhard dazu. Ob es Streiks gibt? "Streiks? Warum sollten wir streiken? Es gibt einen aufrechten Vertrag." "Der Ball liegt beim Vorstand", sagte Minhard. Man wolle ein verbindliches Zukunftskonzept.

Wegen neuer Verhandlungstermine oder Verhandlungsgrundlagen sei das Management aber bisher nicht mit der Belegschaft in Kontakt getreten. "Ich mache mir langsam Sorgen. Wenn sie so weitermachen, wird Zeit verrasseln, ohne dass etwas weitergeht", so Minhard.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Österreich
26.01.2012 15:22
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung