Im Mittelpunkt der "Aktion scharf" nach unzähligen Anzeigen von Anrainern und Bezirksbehörden standen das verbotene kleine (Einsatz pro Spiel bis zu 10 Euro) und das große Glücksspiel (mehr als 10 Euro). Für die Razzia waren Beamte des Finanzministeriums aus vier Bundesländern zusammengezogen worden: Mit uniformierten Polizeikollegen wurden etwa 50 Bars, Wirtshäuser, Tankstellen oder Wettcafés durchsucht.
Bevor die Automaten behördlich versiegelt und später mit Lkws abtransportiert wurden, mussten die Fahnder zuerst selbst zum "Spieler" werden - um die Höhe der möglichen Einsätze bzw. der Gewinne zu ermitteln. Trotz Verwaltungsstrafen bis zu 22.000 Euro ist das illegale Glücksspiel nach wie vor für den Lokalbetreiber ein Riesengeschäft. Oft werfen die "einarmigen Banditen" in einem Monat mehr ab, als der Umsatz mit Speisen, Getränken oder Sprit ausmacht.
"Wir wollten ein Zeichen setzen. Das war sicher nicht unsere letzte Aktion", bekräftigte deshalb auch Finanz- Stabsstellenleiter Wilfried Lehner. So nebenbei wurden steuerliche Abgabenrückstände an Ort und Stelle gepfändet oder Schwarzarbeit angezeigt. Mit den Finanzexperten ausgerückt war auch die Leiterin für Suchtprävention und Suchtberatung im Finanzministerium, Dr. Doris Kohl: "Automaten haben beim Glücksspiel das größte Suchtpotential. Viele Spieler sind zudem depressiv oder alkoholkrank."