Causa ¿Mr. Morton¿

Zauberer-Paar im gesetzlichen Graubereich

Oberösterreich
29.12.2006 18:08
Erstmals landet im Innviertel ein Fall vor Gericht, den Staatsanwalt Mag. Alois Ebner als „Graubereich von Bauernfängerei und Betrug“ bezeichnet und bei dem seelische Not der Menschen schamlos ausgenutzt wird. Der selbst ernannte Magier „Mr. Morton“ und seine Frau sollen 500.000 Euro ergaunert haben.

Die „Krone“ berichtete mehrmals ausführlich über den faulen Zauber, mit dem Siegfried D. (61) und seine Ehefrau im bescheidenen Waldzeller Häuschen 40 Opfern das Geld aus der Tasche zogen: mit gruseligen Totenköpfen, Kelchen, mystischen Beschwörungen und Blutopfern. 200 Liter Schweineblut vom Fleischer sollen im Lauf der Jahre dabei geflossen sein.

In seiner Anklageschrift wirft der Rieder Staatsanwalt Mag. Alois Ebner dem Voodoo-Paar, für das laut Gesetz die Unschuldsvermutung gilt, schweren gewerbsmäßigen Betrug vor. Beiden, obwohl die Partner längst zerstritten sind und sich die Schuld gegenseitig zuschieben. Ob sich noch weitere Opfer melden, die bisher vielleicht aus Scham geschwiegen haben, spielt für die Anklage aber überhaupt keine Rolle mehr.

Dass „Mr. Morton“ nach jahrelangem Treiben hinter Gittern landete, ist einem Mühlviertler zu verdanken, der für die „Behandlung“ 80.000 Euro zahlte und deshalb Privatkonkurs anmelden musste. Er erstattete die erste Anzeige.

 

 

 

Foto: Polizei

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