„Eine Neujahrs-Feier für die Häftlinge gibt es bei uns nicht. Es läuft alles ab, wie an jedem anderen Tag auch. Schließlich ist das hier kein Vergnügungscenter, sondern immer noch ein Gefängnis“, hat Chefinspektor Max Schwarzmaier von der Justizanstalt Suben wenig Verständnis für ein geselliges Beisammensein zum Jahreswechsel. Denn auch der Gemeinschaftsraum darf zu später Stunde nicht mehr genutzt werden. Als „Festtagsessen“ werden heute Spaghetti Bolognese serviert. Fondue und Raclette gibt es also erst wieder in Freiheit.
Als einziger Silvesterspaß ist der Walzer zu Mitternacht erlaubt - mit Zellen-Mitbewohnern: „Tanzen können sie ruhig, im Fernsehen läuft ja der Donauwalzer. In den letzten 40 Jahren hab´ ich dabei aber noch keinen beobachtet. Verständlich, denn weibliche Tanzpartnerinnen sind natürlich nicht drin“, so Schwarzmaier. Auch in Garsten und Wels bietet sich ein ähnliches Bild: „Man wünscht sich ein gutes neues Jahr, und die Häftlinge freuen sich, dass sie wieder eines abgesessen haben“, erzählt Oberstleutnant Josef Ritter von der Justizanstalt Garsten.
Jegliche Feuerwerkskörper sind tabu, auch aus Sicherheitsgründen: „Durch den lauten Knallerlärm könnten wir andere verdächtige Geräusche überhören, man weiß nie, was die Häftlinge planen“, ist Schwarzmaier auch zu Silvester auf der Hut.
Foto: Hannes Markovsky
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