Ministerium in Graz?

Karl scherzt mit Übersiedelung in die Steiermark

Österreich
19.06.2010 13:55
Wissenschaftsministerin Beatrix Karl hat am Samstag erneut mit einem ungewöhnlichen politischen Vorschlag aufhorchen lassen. Diesmal ging es jedoch nicht etwa um neue Schulmodelle wie die Gesamtschule, sondern um den Standort ihres Ministeriums. Sie können sich eine Verlagerung des Wissenschaftsressorts in die Steiermark vorstellen, meinte Karl beim ÖAAB-Landestag in Graz - im Scherz, wie die Ministerium nachher betonte. In der Steiermark ist eine solche Forderung aber gar nicht so neu...

Karl, die gebürtige Steirerin ist und jahrelang an der Uni Graz als Professorin tätig war, meinte bei dem moderierten Gespräch mit dem steirischen ÖVP-Landtagsklubchef Christoph Drexler, dass Graz nach Wien schließlich die größte Universitätsstadt Österreichs sei. 

Den Standort zeichne zudem eine beispielgebende Kooperation der Universitäten und Fachhochschulen aus, "weil sie gemeinsam etwas erreichen wollen". Sie sei auch gerade dabei, ihre Mitarbeiter zu überzeugen, sagte Karl - im Bild mit dem steirischen ÖVP-Chef Hermann Schützenhofer bei einer Wahlkampfveranstaltung. Drexler meinte allerdings, dass der Gedanke wohl noch Zukunftsmusik sei. 

Im Büro der Wissenschaftsministerin betonte man am Samstagnachmittag auf Nachfrage, die Ministerin habe ihre Aussage "lediglich scherzhaft" gemeint. Es gebe keinerlei derartigen Überlegungen, versicherte ein Sprecher Karls.

Steirer schon länger für Dezentralisierung
Ide Idee selbst ist innerhalb der steirischen ÖVP aber nicht neu. Vor Jahren bereits hatte Drexler - analog zu deutschen Einrichtungen wie etwa dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe - in einer Pressekonferenz eine Verlagerung von bundesstaatlichen Institutionen aus der Hauptstadt in die Bundesländer überlegt. Auch der steirische Landeshauptmannstellvertreter Schützenhöfer regte erst vor kurzem eine Dezentralisierung von Institutionen an.

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