Haft wegen Ashtiani

Iran stellt “Bild”-Reportern Freigang in Aussicht

Ausland
07.12.2010 11:16
Der Iran erwägt offenbar eine vorübergehende Freilassung der "Bild am Sonntag"-Reporter. Für die beiden deutschen Journalisten, die seit 10. Oktober 2010 im Iran in Haft sitzen, besteht nun ein Funken Hoffnung, mit ihren Familien Weihnachten feiern zu dürfen.

Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte am Dienstag, dass eine entsprechende Bitte derzeit geprüft werde. "Angesichts der Zeit des neuen Jahres haben sie einen neuen Antrag gestellt, damit sie die Möglichkeit bekommen, ihre Familien zu sehen", so der Sprecher Ramin Mehmanparast. 

Auch ein Mitarbeiter von Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat sich schon zu der Bitte geäußert und versichert, dass daran gearbeitet wird, den Journalisten eine Familienfeier in der deutschen Botschaft in Teheran zu ermöglichen.

Interview mit Ashtiani-Sohn
Die Reporter der "Bild am Sonntag" waren am 10. Oktober in der nordiranischen Stadt Tabriz festgenommen worden, als sie den Sohn der zum Tod durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani (Bild) interviewten. Der Fall der wegen Ehebruchs verurteilten Frau hatte weltweit Empörung ausgelöst. Die Vollstreckung des Urteils wurde zwischenzeitlich ausgesetzt. Nach iranischer Darstellung verstießen die Journalisten gegen das Gesetz, weil sie mit einem Touristenvisum einreisten.

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