Die Wahlbeteiligung fiel in Klagenfurt sehr schwach aus. Nur 56,9 Prozent der Klagenfurter schritten zur Stichwahl. Von den 41.654 gültigen Stimmen entfielen 26.654 auf Scheider (BZÖ) und 15.000 auf Mathiaschitz (SPÖ).
"Habe hart darauf hingearbeitet"
Der Erfolg mache ihn, stolz, so Scheider: "Es war ein langer Weg. Ich habe in den letzten zwölf Jahren im Rathaus hart darauf hingearbeitet, war bei meinen Projekten immer sehr eng mit der Bevölkerung verbunden. Die Summe hat wohl den Ausschlag gegeben. Ein Kommunalpolitiker muss eben Bürgernähe haben, sonst hat er seine Aufgabe nicht verstanden."
Bürgermeister-Titel für Scheider "ungewohnt"
Jetzt darf er sich Bürgermeister von Klagenfurt nennen. Scheider lacht: "Das ist noch ungewohnt für mich, etwas Neues, aber ich bin sehr stolz darauf." Nun gehe es darum, sachliche Politik in Klagenfurt voranzutreiben. "Es gibt sehr viel für die Stadt zu tun."
"Ich will alle einschließen"
In Sachen Rathaus-Koalition möchte sich Scheider noch nicht festlegen. Keine Partei werde in den Gesprächen ausgeschlossen. "Im Gegenteil! Ich will alle einschließen. Den Rest werden die Gespräche ergeben. Ich wünsche mir einen konstruktiven Partner, mit dem wir viele Projekte umsetzen können."
Scheider folgt nun Harald Scheucher (ÖVP), der nach zwölf Jahren Amtszeit die Stichwahl verpasst hatte, am Bürgermeistersessel.
Kassasturz als erste Amtshandlung
Zunächst will Scheider einen Kassasturz durchführen. Als größte Problemfelder der Stadt bezeichnete er die Budgetsituation und die schwierige Lage der Stadtwerke.
Wer den dazugewonnenen Stadtratsposten bekleiden wird, wollte Scheider noch nicht sagen, fix ist aber, dass Albert Gunzer seinen Sitz im Stadtsenat behält.
Mathiaschitz: "Werden klar analysieren"
Maria-Luise Mathiaschitz will trotz der klaren Stichwahl-Niederlage in der Politik bleiben. "Mein Team hat mir das Vertrauen ausgesprochen. Aber wir werden uns das Ergebnis natürlich ansehen und klar analysieren."
Vor allem sei zu hinterfragen, "warum so viele Menschen die sozialdemokratische Grundidee nicht mehr kennen und warum wir sie nicht mehr vermitteln können."
Neuorganisation der SPÖ in Klagenfurt
Für ihre Partei, die SPÖ Klagenfurt, sieht Mathiaschitz einigen Handlungsbedarf: "Wir müssen uns neu organisieren und das Ohr wieder mehr am Bürger haben."
Das klare Wahlergebnis für Orange schreibt sie - unter anderem - dem Tod von Landeshauptmann Jörg Haider zu.
"Jetzt kann ich nur hoffen, dass das Experiment in Klagenfurt gut ausgeht." Auch Mathiaschitz zeigte sich, was die Koalitionsverhandlungen in Klagenfurt betrifft, sehr aufgeschlossen.
Alle weiteren Infos und Ergebnisse zur Bürgermeister-Stichwahl findest du in der Infobox!
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