"Assassin's Creed Rogue" erzählt die Geschichte Shay Patrick Cormacs, der inmitten des Chaos und der Brutalität des Siebenjähriges Krieges im Nordamerika des 18. Jahrhunderts eine düstere Verwandlung durchlebt: Nach einer tragisch gescheiterten Mission wendet sich der Assassine von seinem Orden ab und den Templern zu, um all jene auszulöschen, die einst seine Mentoren waren.
"Rogue" bildet damit den Abschluss der Nordamerika-Saga und schlägt dramaturgisch die Brücke zwischen den beiden Vorgängern "Assassin's Creed IV: Black Flag" und "Assassin's Creed III". Das Gameplay erweist sich denn auch als ein Mix bzw. Best-of der beiden Titel: Wer nicht gerade an Land durch Baumwipfel hüpfen und Tiere jagen möchte, kann sich mit seinem Schiff – der "Morrigan" – der Seefahrt widmen.
Eisberg voraus!
Wie bereits in "Assassin's Creed IV: Black Flag", gilt es dabei, aus dem eher unscheinbaren Kahn ein stattliches Kriegsschiff zu machen; andere Schiffe zwecks Rohstoffgewinnung zu plündern oder in die eigene Flotte aufzunehmen, um schneller an dringend benötigtes Gold zu gelangen; sowie feindliche Forts zu erobern und so den eigenen Machtbereich zu vergrößern. Ach ja, mit der Harpune Jagd auf Wale und Co. zu machen, ist ebenfalls wieder möglich.
Gestrichen wurden hingegen die Tauchausflüge durch haiverseuchte Riffs. In den eisigen Gewässern des Nordatlantiks ist es dafür schlichtweg zu kalt. Stattdessen kann man Eisberge bestaunen, mit dem Schiff durchs Packeis pflügen und sich zudem an zwei kleinen Neuerungen erfreuen: dem maschinengewehrartigen Puckle-Gewehr, mit welchem sich feindliche Schiffe und deren Seeminen ins Visier nehmen lassen, sowie brennendes Öl, um Verfolger auf hoher See abzuschütteln.
Vor Anker gehen
Wer davon genug hat, kann wie gehabt von der See- zur Landratte werden und vor Anker gehen. In New York City und dem uramerikanischen Grenzgebiet wartet der bereits bekannte Aufgaben-Mix aus Verfolgen, Stehlen und Ermorden. Zwischendurch darf man Aussichtspunkte erklimmen, Bandenviertel zurückerobern und die eigenen Finanzen mit dem Ankauf von Immobilien aufbessern.
Für etwas frischen Wind während der Landgänge sorgen eine verbesserte Adlersicht sowie das Luftgewehr, welches auf Wunsch nicht nur die bekannten Berserker- bzw. Schlaf-Pfeile verschießt, sondern auch spezielle Granaten, um etwa Hindernisse oder großflächig Gegnergruppen aus dem Weg zu räumen. Wer allerdings Giftgas einsetzt, sollte sich auch rechtzeitig schützend sein Tuch vor die Nase halten…
Gewohnt zugänglich
Wenngleich sich die Neuerungen damit stark in Grenzen halten – Spaß macht "Assassin's Creed Rogue" dennoch. Das liegt vor allem an der – zumindest für Kenner der Vorgänger – Zugänglichkeit und der durchaus spannend erzählten Geschichte, die allerdings einmal mehr in einen eher entbehrlichen Kontext in der Gegenwart bzw. nahen Zukunft eingebettet ist.
Im Vergleich zum ressourcenhungrigen NextGen-Ableger "Assassin's Creed Unity" fallen besonders die – auch ohne Installation – kurzen Ladezeiten sowie die bessere Übersichtlichkeit auf: Zwar gibt es auch in "Rogue" mehr als genug zu tun (Nebenmissionen, Schatzkisten, Sammelitems, etc.), ohne dabei jedoch derart überladen zu sein wie in "Unity". Einziges Manko: Einen Mehrspieler-Modus gibt es erst gar nicht.
Fazit: Befürchtungen, es könnte sich bei "Assassin's Creed Rogue" um einen Schnellschuss handeln, um all jene billig abzuspeisen, die noch keine neue Konsole haben, erweisen sich als unbegründet. Zugegeben: Das Kraut machen die spärlichen Neuerungen zwar nicht fett, die besonders düstere Geschichte und die gewohnt eindrucksvoll inszenierten Schauplätze können sich jedoch sehen lassen. Und wer "Black Flag" liebte, wird sich freuen, endlich wieder in See stechen zu können…
Plattform: Xbox 360, PS3, PC
Publisher: Ubisoft
krone.at-Wertung: 8/10
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.