So, 21. Jänner 2018

"Tretbox"

02.01.2018 10:59

Dieser Tret-Transporter entsteht mit VW-Hilfe

Volkswagen hat 2017 nicht nur mehr Autos denn je gebaut (mehr als sechs Millionen), sondern auch ein "betriebswirtschaftlich ganz hervorragendes Jahr" (Vorstandschef Matthias Müller) eingefahren - trotz des Dieseldebakels und der damit verbundenen Milliardenausgaben. Und sogar für die Unterstützung von Start-ups blieb Geld übrig. Wie "Tretbox" aus Berlin.

Die Wolfsburger investieren Unsummen in alternative Antriebe (34 Milliarden Euro bis 2022 in Digitalisierung, autonomes Fahren und E-Mobilität), wollen bis zum Jahr 2025 80 elektrifizierte Fahrzeuge auf den Markt bringen, darunter 50 rein batterieelektrische, der Rest Hybride. Und auch Muskelkraft wird gefördert.

Über die Wolfsburg AG, an der Volkswagen und die Stadt Wolfsburg je zur Hälfte beteiligt sind, wurde das Start-up Tretbox dabei unterstützt, zwei Funktionsträger eines neuartigen Cargo-Elektrofahrrad zur Paketzustellung zu bauen. In der Berliner Gründerfirma engagiert sich auch die Innovations- & Beteiligungsgesellschaft Wolfsburg GmbH.

Nun steht die erste Finanzierung, sodass Tretbox nun die ersten Prototypen realisieren und die Serienfertigung vorbereiten will.

Tretbox sitzt seit August im Start-up-Inkubator von Volkswagen in der Gläsernen Manufaktur Dresden. Des Weiteren wurden neue Räumlichkeiten inklusive einer Prototypenwerkstatt in Berlin-Spandau bezogen.

Das ist die Tretbox
Die Basis ist ein Fahrrad, das - je nach Funktion - drei oder vier Räder hat, beschreibt das Start-up. Wie beim Pedelec gibt es dazu einen Akku, es muss aber auch gestrampelt werden. Damit fällt die Tretbox offiziell in die Kategorie der Fahrräder und muss entsprechend weniger Regulierungen beachten. Das Besondere an dem Fahrzeug ist aber, dass Fahrer einen Regenschutz von oben und von beiden Seiten bekommen. Die Bauweise erlaubt es darüber hinaus, dass entweder zwei Erwachsene hintereinander oder ein Erwachsener und zwei Kinder auf der Tretbox Platz haben. Neben dem Fahrer können also auch weitere Passagiere mitfahren. Oder man hat genug Platz, um seine Einkäufe zu deponieren, und ist vor Wind und Wetter geschützt.

Zunächst wird jedoch die Cargo-Variante umgesetzt, in Zusammenarbeit mit dem Zustelldienst UPS. Diese Tretbox solle drei Räder haben, einen Container als Anhänger und bis zu 200 Kilogramm zuladen können. Doch so effizient die Tretbox auch sein wird, sie kann natürlich nicht genauso viel Ware transportieren wie ein Lastwagen. Das Problem will Tretbox mit Warendepots und austauschbaren Containern lösen. "Als Lösung sehen wir mehrere Lagerhallen in der Stadt, an strategischen Punkten, an denen die Ware deponiert wird. Die Fahrer haben austauschbare Container an der Tretbox, sodass sie die Container dann nur an diesen Stationen austauschen müssen." Damit könne auch eine Tretbox das gleiche Tagesvolumen bewältigen wie ein Laster.

Zunächst stehen besonders fahrradfreundliche Märkte wie Amsterdam oder Kopenhagen auf dem Plan.

Stephan Schätzl
Redakteur
Stephan Schätzl
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