Di, 12. Dezember 2017

krone.at-Test

03.12.2017 06:00

Microsoft Surface Book 2: Ausdauernd und kräftig!

Mit dem Surface Book hat Microsoft vor fast zwei Jahren den seiner Ansicht nach "ultimativen Laptop" mit abnehmbarem Tablet-Bildschirm und zusätzlicher Grafik-Power in der Basis nach Österreich gebracht. Jetzt gibt es mit dem Surface Book 2 den Nachfolger, der mit modernster Technik - neueste Intel-CPUs, leistungsstarke Geforce GTX-10-Grafik - Nutzer mit hohen Ansprüchen an Leistung und Mobilität locken soll. Aber wie gut ist er wirklich? krone.at hat es getestet.

Das Surface Book 2 gibt es in zwei Versionen: Mit 13,5 und 15 Zoll Diagonale, wobei nur die kleinere Version in Europa verkauft wird. Die gibt es wiederum in verschiedenen Ausstattungen, keine davon ist günstig.

Für das Einsteigermodell mit Core-i5-Chip der siebten Generation, dem überdies die dedizierte Nvidia-Grafik fehlt, werden laut Preisvergleich 1600 bis 1700 Euro fällig. Das Top-Gerät mit Core-i7 der achten Generation, Geforce GTX 1050, 16 Gigabyte DDR4-RAM und einem Terabyte SSD-Kapazität kostet über 3300 Euro. Weitere Modelle mit weniger RAM und SSD-Kapazität sind preislich dazwischen angesiedelt.

Wir haben das Top-Modell getestet, in dem folgende Komponenten verbaut sind:

Microsoft Surface Book 2

CPU

Core i7-8650U: 4 x 1,9 GHz

RAM

16 GB (LPDDR3)

Diagonale

13,5 Zoll

Auflösung

3000 x 2000 Pixel

Massenspeicher

1 TB SSD

Optisches Laufwerk

Nicht vorhanden

Grafiklösung

Geforce GTX 1050 (2 GB GDDR5-RAM)

Anschlüsse

2 x USB 3.0, USB-C, SD-Kartenleser, Audioklinke

Funkstandards

Gigabit-WLAN, Bluetooth 4.1

Webcam

5 Megapixel (vorne) / 8 Megapixel (hinten)

Akku

17 Stunden Laufzeit laut Hersteller

Software

Windows 10 Pro

Extras

Magnesiumgehäuse
Tablet-Display und Tastatur-Basis
Stiftunterstützung (Stylus optional)

Gewicht

1,64 Kilo

Preis

3300 Euro

Wie angesichts der potenten Komponenten nicht anders zu erwarten war, bietet das Surface Book 2 für ein Gerät dieser Größe viel Leistung. Es eignet sich nicht nur für die tägliche Office-Arbeit, sondern kann durchaus auch für mobile Bildbearbeitung oder sogar als Rechner für den Videoschnitt herangezogen werden. Wenn es bei der Anwendungsleistung etwas zu bemängeln gibt, ist es höchstens, dass DDR3- statt DDR4-RAM verbaut wurde - möglicherweise ein Tribut an den doch sehr begrenzten Platz. Immerhin stecken die meisten Komponenten des Surface Book - CPU, RAM, SSD - im Tablet-Display, nicht in der Tastatur-Basis.

Viel Anwendungs-, hinreichend Grafikleistung
Schickt man das Surface Book 2 durch Benchmark-Leistungstests, bestätigt sich das gute Bild. Im auf die Anwendungsleistung bezogenen Test PCMark 10 erreicht es 3916 Punkte - ganz schön viel für einen Mobilrechner unter zwei Kilo Gewicht. Ein 3DMark-Ergebnis von 1595 Punkten bezeugt, dass das Surface Book zudem auch eine gewisse Spieleleistung bietet. Klar bespielt es mit seiner GTX 1050 keine 4K-Displays oder VR-Brillen vom Schlage einer HTC Vive. Für Feierabend-Gamer, die nach der Arbeit Spiele in Full-HD-Auflösung genießen wollen, ist die Power aber ausreichend - auch, wenn sie sich vielleicht mehr Grafikspeicher wünschen werden.

Der GPU-Lüfter operiert recht hochfrequent
Geräusch- und Hitzeentwicklung gehen in Ordnung: Weil die CPU im Tablet-Display untergebracht ist, wird dieses unter Last an der Rückseite relativ heiß, der Lüfter ist aber kaum hörbar. Störend ist das nicht, immerhin berührt man das Gerät an dieser Stelle im Laptop-Modus ohnehin nicht. Und im Tablet-Modus wird man wiederum keine allzu komplexen Berechnungen anstellen, die das Gehäuse unangenehm aufheizen könnten. Etwas lauter wird das Surface Book 2, wenn die Geforce-Grafik in der Tastatur-Basis zugeschaltet wird. Läuft der Grafikchip auf Hochtouren, bläst der Lüfter hochfrequent und gut hörbar, aber noch erträglich.

Sehr gutes Display im praktischem Format
Das Display im Surface Book 2 ist - wie schon im Vorgänger - äußerst gelungen. Durch die hohe Auflösung ist es angenehm scharf, überdies glänzt es mit neutraler Farbdarstellung, guter seitlicher Ablesbarkeit und einer hohen Maximalhelligkeit. Das 3:2-Bildformat ist praktisch, bietet es beim Arbeiten doch mehr Platz in der Vertikale und - bei Tablet-Nutzung im Hochformat - genug Platz für bildschirmfüllende PDF-Dokumente. Dafür sind beim Videoschauen ober- und unterhalb des Films schwarze Balken zu sehen. Wer viel draußen arbeitet, dürfte sich zwar etwas weniger Spiegelungen wünschen, insgesamt ist das Display im Surface Book 2 aber tadellos.

Saubere Verarbeitung, gute Eingabegeräte
Sehr gut hat uns im Test die Verarbeitungsqualität des Surface Book gefallen. Das Gehäuse aus Magnesium ist stabil und verwindungssteif, die Tastatur hat einen klaren Druckpunkt, das Touchpad überzeugt mit guten Gleiteigenschaften und ebenfalls sauberem Druckpunkt. Das Scharnier, in dem das Tablet-Display geparkt wird, hält selbiges sicher in Position. Der Schwerpunkt ist im Laptop-Modus tief genug, damit das Gerät sicher auf seinem Platz steht.

Eine Besonderheit, die nicht jedem User gefallen wird ist, dass das Surface Book 2 im zugeklappten Zustand nicht komplett schließt, sondern ein Spalt zwischen Tablet-Display und Tastatur-Basis offen bleibt. Und auch die Reparierbarkeit ist so eine Sache: Weil alle Komponenten auf engstem Raum zusammengepfercht sind, sind Aufrüstoperationen oder Reparaturen nur durch spezialisierte Techniker möglich.

700-Gramm-Tablet zum Lesen und Skizzieren
Das Handling des (auch verkehrt als Standdisplay oder Hochleistungs-Tablet in der Basis parkbaren) Displays überzeugt: Mit knapp über 700 Gramm ist der Deckel des Surface Book 2 zwar kein Leichtgewicht und nicht für längere Einhandnutzung gemacht. Hie und da darauf zu surfen, Dokumente zu lesen oder - mit dem leider nicht beiliegenden Stylus - darauf Skizzen zu machen, funktioniert aber gut.

Weniger gut ist die Anschlussausstattung. Mit nur zwei USB-3.0- und einem mittels (nicht mitgeliefertem) Adapter auch als HDMI-Port nutzbaren USB-C-Anschluss ist das Gerät nicht sehr anschlussfreudig. Der proprietäre Netzstecker und der Umstand, dass die Audioklinke ganz oben am Tablet-Teil untergebracht wurde, wird ebenfalls nicht jedem gefallen. Da wäre aus unserer Sicht mehr drin gewesen - zumal die magere Anschlussausstattung und der proprietäre Ladestecker seit jeher ein Kritikpunkt an Microsofts Surface-Familie ist. Die Funkausstattung ist dafür aktuell: Über Gigabit-WLAN funkt das Surface Book 2 rasend schnell.

Akkulaufzeit für den ganzen Tag
Die Akkulaufzeit des Surface Book 2 kann sich sehen lassen. Die von Microsoft versprochenen 17 Stunden erreicht man zwar wohl nur bei Nutzung der maximalen Energiespareinstellungen und bei verringerter Bildschirmhelligkeit. Beim WLAN-Surfen oder bei der Videowiedergabe sind aber durchaus Laufzeiten von elf, zwölf Stunden erzielbar. Ein guter Wert - und in der Regel genug für einen ganzen Arbeitstag. Eine Besonderheit beim Surface Book 2: Wenn das Gerät - etwa beim Spielen - viel Strom benötigt, kommt es vor, dass das Netzteil diesen Strom nicht liefern kann und der Akku sich entleert. Wer also zuerst stundenlang am Surface Book 2 spielt und es dann mitnimmt, steht womöglich mit ausgezehrtem Akku da.

Noch ein Wort zur Software: Am Surface Book 2 läuft Windows 10 Pro, auf dem Gerät kann also - im Gegensatz zu Geräten mit dem abgespeckten Windows 10 S - jegliche Windows-Software installiert werden. Somit ist die Produktivität unterwegs gesichert.

Fazit: Mit seinem Mix aus Mobilität, Ausdauer und Leistung ist das Surface Book 2 ein äußerst tauglicher mobiler Begleiter. Dass das Display ein Tablet ist und abgenommen werden kann, verleiht ihm überdies eine Flexibilität, die sonst nur wenige Notebooks bieten. Wer eine potente mobile Arbeitsmaschine sucht, die nach Feierabend auch noch für ein Spielchen taugt, wird mit Microsofts Neuheit also zufrieden sein. Doch auch die neueste Auflage des "ultimativen Laptops" ist nicht ohne Tadel: Bei den Anschlüssen hätte es etwas mehr sein dürfen, das offenbar unter Last etwas zu schwache Netzteil und der hochfrequente GPU-Lüfter trüben den ansonsten sehr guten Gesamteindruck auch etwas. Zumal man für 3300 Euro einiges erwarten darf.

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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