Mo, 11. Dezember 2017

Syrer (19) verhaftet

31.10.2017 14:06

De Maiziere: Schwerer Terroranschlag verhindert

Die Festnahme eines terrorverdächtigen Syrers in Schwerin hat nach den Worten des deutschen Innenministers Thomas de Maiziere einen "schweren Terroranschlag in Deutschland" verhindert. "Nach allem was wir wissen, erfolgte der Zugriff zum richtigen Zeitpunkt: spät genug, um Beweise zu sichern und gleichzeitig früh genug, um die Gefahr zuverlässig zu bannen", erklärte de Maiziere am Dienstag.

Alle Beteiligten hätten "hervorragende Arbeit" geleistet, lobte der Minister. "Mein Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Verfassungsschutzes, der Kriminalpolizei, den Sonderpolizeieinheiten in Bund und Ländern sowie der Justiz, die sich Tag für Tag für unsere Sicherheit einsetzen."

Gefährdungslage unverändert hoch
Die Gefährdungslage in Deutschland sei unverändert hoch. Angesichts der anhaltenden Bedrohung Europas durch islamistischen Terrorismus arbeiteten die Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern, national und international eng und gut zusammen und handelten "wenn nötig entschlossen und konsequent", betonte der Minister.



Spezialkräfte hatten am frühen Dienstagmorgen in Schwerin einen 19-jährigen Syrer unter dem dringenden Verdacht der Vorbereitung eines islamistisch motivierten Sprengstoffanschlags festgenommen.

Mit "Soldat des Kalifats" in Kontakt
Der 19-jährige war über das Internet mit jemandem in Kontakt, der sich als "Soldat des Kalifats", also als Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat, bezeichnete. "Wir wissen aber nicht, wer diese Person ist, und wir wissen nicht, ob er ihn (den Festgenommenen) in seinen Plänen bestärkt hat", sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, am Dienstag in Karlsruhe.

Es gebe keine belastbaren Anhaltspunkte dafür, dass weitere Personen an der Anschlagsvorbereitung beteiligt waren. Deshalb werde gegen den Syrer zunächst nicht wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt, sondern wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, sagte Köhler.

Von SEK festgenommen
Der 19-Jährige wurde den Angaben zufolge in den frühen Morgenstunden durch Spezialkräfte der Bundespolizei und des Bundeskriminalamtes festgenommen. Seine Wohnung und die "weiterer, bisher nicht tatverdächtiger Personen" wurden durchsucht. Im Hamburger Stadtteil Wamsbeck wurde ein Haus gestürmt. Die Beamten verhören momentan einen möglichen Zeugen, auf den sie dabei stießen.

"Spätestens im Juli 2017" Entschluss gefasst
Die Bundesanwaltschaft erklärte zudem, A. habe nach bisherigen Erkenntnissen "spätestens im Juli 2017" den Entschluss gefasst, einen Sprengsatz zu zünden, "um eine möglichst große Anzahl von Personen zu töten und zu verletzten", berichtet die deutsche "Welt".

Nach seinem Entschluss habe er sich Bauteile und Chemikalien zur Herstellung einer Bombe beschafft. Mehrere Hundert Polizisten waren tagelang mit der Observation des Verdächtigen beschäftigt.

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Redaktion
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