Fr, 24. November 2017

Kalenderwoche 21

23.05.2017 09:10

Sie stellen Fragen - Experten antworten

Unsere Leser haben jede Woche die Möglichkeit, sich mit medizinischen Fragen per E-Mail an die Gesundheitsredaktion der "Krone" zu wenden. Wir leiten die Anfragen an kompetente Fachleute aus allen Heilberufen zur Beantwortung weiter.

Ölziehkur
Hermann B.: "Ich habe eine Ölziehkur mit Sesamöl gemacht, um Mundgeruch zu verhindern. Damit war ich nach drei Wochen auch erfolgreich. Jetzt aber habe ich seltsame Symptome: Eigenartige Geschmacks- und Geruchsempfindung bei verschiedensten Lebensmitteln. Gibt es Erfahrungen mit derartigen Nebenwirkungen?"

Durch das Ölziehen an sich sind derartige Reaktionen nicht zu erklären. Allerdings kann das Sesamöl, das sehr intensiv schmeckt, die Ursache sein. Warum die beschriebenen Symptome auch nach Beendigung des Ölziehens weiter bestehen, kann auf dem speziellen Geruch beruhen. Wir empfehlen allerdings, zum Ölziehen neutrale Öle zu verwenden - beispielsweise Oliven- oder Rapsöl.

Dr. Andrea Zauner-Dungl
Ärztin für physikalische Medizin
Informationen: 01/535 48 99, a.zauner-dungl@dunglwien.at

Hormonakupunktur
Sigrid U. (43): "Obwohl sich an meinen Lebensgewohnheiten nichts geändert hat, beginnt sich mein Körper zu verändern: Die Haare werden dünner, ich nehme ungewollt zu, meine Haut ist plötzlich unrein, ich schlafe schlechter und fühle mich einfach nicht wohl. Medizinisch ist angeblich alles in Ordnung. Ich habe von Hormonakupunktur gehört und bitte um nähere Auskünfte."

Körperliche Veränderungen sind in der Lebensphase, in der sich die Leserin befindet, normal. Es stellt sich der Hormonhaushalt nach und nach um. Durch Hormonakupunktur kann man aber die geschilderten Beschwerden wie auch Hitzewallungen, depressive Verstimmung etc. günstig beeinflussen. Auch anderen Folgeerscheinungen des Östrogenmangels wie Osteoporose kann man bis zu einem gewissen Grad vorbeugen.

Dr. Eva Maria Zito
Ärztin für Allgemein- und Ganzheitsmedizin, Akupunktur aus Wien.
Informationen: www.zito-methode.at, 0676/97766 00

Schmerzen nach Schlaganfall
Sabine Z. (71): "Ich hatte vor etwas mehr als einem Jahr einen sogenannten Thalamus-Infarkt und leide seither Tag und Nacht an Schmerzen auf der rechten Körperseite. Diverse Medikamente haben nichts geholfen. Ich bin total verzweifelt und bitte um Hilfe!"

Unter einem Thalamus-Infarkt versteht man einen Schlaganfall in einem speziellen Bereich des Gehirns. Schmerzen, die dafür typisch sind, können bis zu einem Jahr nach so einem Ereignis auftreten. Betroffen ist die Seite, an der sich auch neurologische Ausfälle (Lähmung, Taubheitsgefühl etc.) zeigen. Die Beschwerden können sowohl armbetont sein als auch die komplette Seite umfassen, also ebenso das Bein. Wir sprechen hier von einem zentralen, neuropathischen Schmerz. Die von der Leserin beschriebene Behandlung entspricht der üblichen Vorgangsweise.

Im vorliegenden Fall rate ich aber, noch andere Antidepressiva bzw. auch Opioide, die in diese Richtung wirken, zu versuchen. Bestehen die Probleme schon länger, reichen Medikamente nur zum Teil. Es müssten zusätzlich noch andere Methoden angewendet werden: Zum Beispiel Biofeedback, Entspannungsverfahren und auch psychologische Betreuung.

Von ärztlicher Seite her könnte man intravenös die Substanz Lidocain injizieren. Sollte sich auch dann keine zufriedenstellende Besserung einstellen, gäbe es eventuell noch invasive Maßnahmen - das Medikament wird zum Beispiel über eine Schmerzpumpe direkt in das Rückenmark verabreicht. Ich empfehle aber, sich an eine spezielle Schmerzambulanz zu wenden. Dort ist man mit allen Verfahren vertraut.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar
Vorstand der Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Klagenfurt/Wörthersee.
Informationen: 0463/538-35703, www.kabeg.at

Dr. med. Wolfgang Exel, Kronen Zeitung

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