Mo, 23. Oktober 2017

Post aus der Luft

29.08.2014 08:26

„Project Wing“: Google testet Drohnen-Zustellung

Nicht nur Amazon, sondern auch Google arbeitet an der Warenzustellung aus der Luft mittels Drohnen. Am Freitag enthüllte der Internetkonzern sein bislang geheimes Forschungsprojekt "Project Wing". Erste Tests mit den Fluggeräten in Australien seien bereits erfolgreich gewesen, hieß es.

Die Drohnen, an denen Google seit rund zwei Jahren arbeitet, könnten zum Beispiel in schwer zugänglichen Gebieten oder in Großstädten mit überlasteten Verkehrswegen die Zustellung beschleunigen, erklärte der Chef des Forschungslabors Google X, Astro Teller, gegenüber der "Berliner Zeitung" vom Freitag. Google veröffentlichte zudem ein Video von den Testflügen (siehe oben). "Das langfristige Ziel ist es, nahezu jeder Person nahezu alles innerhalb von ein bis zwei Minuten bringen zu können", so Teller.

Senkrechtstarter seilt Fracht ab
Die Google-Drohnen sehen wie kleine Flugzeuge aus. Sie stehen am Boden auf dem Heck, starten senkrecht und gehen dann in den Horizontalflug über. Bei der Zustellung der Fracht landen sie nicht, sondern lassen diese an einem Seil herunter. Das sei unter anderem für die Sicherheit gedacht, erläuterte Projektleiter Nick Roy der US-Website "The Atlantic". Kunden neigten dazu, nach dem Paketen zu greifen, auch wenn sie wüssten, dass die Rotoren der Drohnen gefährlich seien. Man habe auch den Abwurf der Fracht mit kleinen Fallschirmen ausprobiert - das sei aber zu ungenau gewesen.

Bei Project Wing werde die Fracht zunächst mit einer relativ hohen Geschwindigkeit von zehn Metern pro Sekunde aus der Drohne heruntergelassen, berichtete "The Atlantic". Näher zum Boden werde das Tempo dann auf zwei Meter pro Sekunde abgebremst. Das Projekt stehe erst am Anfang, betonte Roy. So seien Stromleitungen bisher ein Problem. Inzwischen seien in Project Wing bereits Dutzende Mitarbeiter eingebunden, berichtete "The Atlantic". Australien sei ausgesucht worden, weil es lockerere Regeln für Drohnen-Flüge als andere Länder habe.

Mit Googles Maps zum Ziel
Die Drohnen sollen automatisch zu ihrem Ziel fliegen. Dafür könnten die hauseigenen Kartendienste und die Ortsdaten von Android-Smartphones nützlich sein, erklärte Teller der "Berliner Zeitung". Um Lieferungen zustellen zu können, werde es etwa entscheidend sein, den Aufenthaltsort der Person zu bestimmen, sagte Teller. "Google hat sehr viele Daten, die dabei helfen können, dieses Problem zu lösen." Zudem könne auf die Erfahrungen bei der Entwicklung mit selbstfahrenden Autos zurückgegriffen werden. "Selbstfliegende Geräte haben mehr mit selbstfahrenden Wagen gemeinsam als mit ferngesteuerten Flugzeugen."

Auch Amazon testet Drohnen-Zustellung
Die Prototypen, die Amazon im vergangenen Jahr vorstellte (siehe Infobox), fliegen ähnlich wie Hobby-Drohnen mit mehreren Rotoren und sollen zur Übergabe der Waren landen. Sie können nach bisherigen Informationen rund 2,5 Kilo Fracht tragen. Amazon bekam von den US-Behörden nur die Erlaubnis, die Drohnen in abgegrenzten Testbereichen fliegen zu lassen.

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