Mo, 19. Februar 2018

Fabel-Truck

05.02.2018 14:24

Rollender Beweis: Hier fährt ein echter Tesla Semi

Und er bewegt sich doch! Was viele nicht für möglich halten, wurde jetzt per Handy-Video festgehalten: Der Tesla Semi fährt tatsächlich! Und irgendwie wirkt er ungewöhnlich unspektakulär, wie er so vorbeirauscht. Natürlich ohne Motorgeräusch. Und mit auffälliger Form.

Dass wir hier einen Prototypen in natura sehen, muss noch nicht bedeuten, dass die Serienmodelle bereits Anfang 2019 ausgeliefert werden, wie es Tesla-Boss Elon Musk verspricht. Anhand des Tesla Model 3 zeigt sich deutlich, dass die Devise lautet: Viel versprechen, wenig liefern.

Doch wer weiß, vielleicht macht Teslas Sattelzugmaschine (das entspricht dem englischen Ausdruck Semi Truck) Furore und straft alle Skeptiker Lügen. Die versprochenen Leistungsdaten sind jedenfalls beeindruckend. Voll beladen soll der 40-Tonner eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern ermöglichen, auf eine Meile soll er 2 Kilowattstunden verbrauchen, also 1,25 kWh pro Kilometer.

Im Herzen soll der Semi ein Sportwagen sein. Nicht nur weil der Fahrer auf einem Einzelplatz in der Mitte thront wie im McLaren F1, sondern vor allem, weil er den Sprint von 0 auf 60 Meilen (=96 km/h) in fünf Sekunden schaffen soll. Ohne Auflieger wohlgemerkt. In voller Pracht und mit voller Zuladung 40 Tonnen schwer sollen es 20 Sekunden sein, was auch absolut beachtlich ist.

Die Zuladung an sich dürfte ab geringer ausfallen als bei klassischen Sattelzügen, dann man kann davon ausgehen, dass allein die Akkus mehr als sieben Tonnen wiegen. In 30 Minuten sollen sie zu 80 Prozent gefüllt sein, wobei eine Akkuladung etwa dem Strombedarf einer Durchschnittsfamilie für ein Vierteljahr entspricht. Wie man diese Strommenge gleichzeitig in mehrere Trucks laden will, muss sich erst noch zeigen. Jede einzelne Ladesäule muss die zehnfache Kapazität der derzeit stärksten Supercharger (je 145 kW) aufweisen. Der Ausdruck Gigacharger wurde bereits kreiert.

In Europa sind die ersten Trucks schon bestellbar: In Holland werden 130.000 Euro für die Basisversion mit 475 Kilometer Reichweite fällig, der Aufpreis für volle 800 Kilometer beträgt 20.000 Euro.

Tesla verspricht 1,6 Millionen pannenfreie Kilometer und praktisch verschleißfreie Bremsen, weil meist per Rekuperation statt über die klassische Betriebsbremse verzögert wird. Vier Motoren treiben den Truck an.

Künftig soll der dicke Tesla sogar quasi allein fahren können- er beherrscht das teilautonome Fahren im Konvoi („Platooning“).

Stephan Schätzl
Redakteur
Stephan Schätzl
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