Laut Herrn Claus Pándi haben wir es nun schwarz auf weiß: Die Liste der „Regierungsmurkse“ wird immer länger. Von der Flugabgabe über die Verlängerung des Wehr- und Zivildienstes bis zum sog. „Supermurks“ des Social-Media-Verbots für Jugendliche. Dass Beate Meinl-Reisinger den Murks bei der Paketsteuer immerhin offen zugab, spricht vielleicht für ein schlechtes Gewissen, ändert aber nichts an der Sache. Wie kann eine einzige Regierung in so kurzer Zeit so viele fragwürdige Maßnahmen beschließen? Die Antwort liegt auf der Hand: Bei einer Dreierkoalition leuchtet jede Lampe in einer anderen Farbe. Jede Partei bringt ihre eigene Ideologie mit. Das Resultat: Jede gute Idee wird durch den hochgelobten österreichischen Kompromiss so lange zerbröselt, bis am Ende nur noch Stückwerk übrig bleibt. Weil in erster Linie an das eigene Parteibuch gedacht wird und erst an zweiter Stelle an das Land, auf das man angelobt wurde. Sicher, BP Van der Bellen bezeichnet den Kompromiss gerne als österreichische Tugend. Man sollte aber nicht vergessen: Es gibt gute Kompromisse, und es gibt auch faule. Und wenn man es übertreibt, verkümmert selbst die beste Absicht ganz schnell zum reinen „Murks“.
Josef Pratsch, Angern
Erschienen am Sa, 7.11.2026
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