Das freie Wort

Nicht immer nur Kritik an unserer Regierung!

Kaum ein Tag, an dem nicht zu hören ist, die Regierung müsse endlich liefern. Vertreter der Opposition, die Medien, diverse Organisationen und Einzelpersonen: Die Regierung kann machen, was sie will, es ist immer zu wenig, zu stümperhaft, zu spät, zu langsam. Ich habe den Verdacht, würden sie das Gegenteil machen, würde es genauso verachtet. Ich denke, dass die Regierung auf gar keinem so schlechten Weg ist – angesichts des Schuldenberges, der unter dem Motto „Koste es, was es wolle“ angehäuft wurde. Eines Schuldenberges, der unter Vorgängerregierungen mit Beteiligung von Grün und Blau, wir erinnern uns hoffentlich noch, angehäuft wurde und jetzt mühsam abgebaut werden muss. Und genau diese einst Beteiligten schreien jetzt am lautesten, das ist wirklich vertrauenerweckend! Wird in den Medien wirklich immer sachlich informiert? Populismus bedeutet leider nicht immer, dass das Geforderte auch wirklich das Beste für das Volk ist, auch wenn es sich so anhört. Natürlich gibt es bei allen Maßnahmen ein ABER, und was dem einen nützt, tut das für den anderen vielleicht nicht. Ob das jetzt die Gesundheitsreform, die Reform des Kindergeldes, die Paketsteuer u. a. ist, alles hat auch eine Kehrseite. Wer bei komplexen Problemen einfache Lösungen bereithält, lügt. Natürlich muss das Agieren der Regierung kritisch hinterfragt werden, aber ich erwarte und vermisse oft schmerzlich ein Mindestmaß an Objektivität. Für so manches ist ja die Regierung nicht verantwortlich (Treibstoff-, Energiepreise) und hat nur wenig Einfluss darauf. Niemand darf sich bei diesen ständigen Herabwürdigungen noch wundern, dass immer weniger Personen bereit sind, in die Politik zu gehen, wo sie doch in der Privatwirtschaft ein Vielfaches verdienen können. Und dann wird ihnen auch noch jeder Flug oder Auslandsaufenthalt neidvoll vorgehalten. Sehr viele fähige Leute wird man so wohl nicht gewinnen können.

Dr. Judith Dimmel, per E-Mail

Erschienen am So, 25.10.2026

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