Österreichs Haushalte verfügen über eine Billion Euro, liest und hört man in den Medien. Das hört sich aufs Erste nach viel an und wäre es wohl auch; nämlich etwa 250.000 Euro pro Haushalt. Warum also wird da noch gejammert? Wahrscheinlich deshalb, weil man im gleichen Artikel liest, dass sich 70 Prozent dieses Vermögens in der Hand der reichsten zehn Prozent befinden. Die SPÖ, die aufgrund ihrer Ideologie für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen müsste, kocht im eigenen Saft. Die Ankündigungen der FPÖ, etwas für den „kleinen Mann von der Straße“ tun zu wollen, sind heiße Luft – und oft nicht einmal das, sondern eher blauer Dunst. Was bleibt, ist eine immer mehr auseinanderklaffende Einkommensschere. Die einfachen Menschen, die tagtäglich ihre Arbeit tun, sind meilenweit von der Viertelmillion entfernt. Denn ihnen fehlen nicht nur die Kenntnisse über die Steuerschlupflöcher und die Gesetzeslücken, sondern vor allem die gewissen Kontakte, „Connections“ genannt, die man zum Reichwerden offenbar braucht. Trotz der Billion darf also gerechtfertigt gejammert werden. Und die Entwicklung zeigt leider, dass der Jammer nicht so schnell verstummen wird.
Reinhard Scheiblberger, Niederranna
Erschienen am So, 25.10.2026
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