Es gibt Berichte, wonach der Iran darüber nachdenkt, US-Stützpunkte auch in der EU zu bombardieren, falls Trump den Krieg gegen Iran weiter anheizt. (Es gibt ja schon Gerüchte bzw. wird sogar behauptet, dass in den USA bereits über den Einsatz von taktischen Atomwaffen im Iran diskutiert wird.) Zu den denkbaren iranischen Angriffen (auf knapp 40 US-Stützpunkte) in der EU sagt jedenfalls ein NATO-Vertreter, dass die NATO bereit sei, jeder Bedrohung zu begegnen, und auch alles tun werde, um alle Verbündeten zu beschützen. Dazu sollte man aber wissen: Gegen den Iran haben die USA den Krieg begonnen, nicht die NATO. Also hätte die NATO keinen Grund, einzugreifen. Es gibt aber auch die EU-Beistandsklausel, nach der die anderen EU-Staaten den angegriffenen Staat unterstützen müssen, allerdings nicht unbedingt militärisch. Aber was einen theoretisch denkbaren iranischen Angriff auf einen US-Stützpunkt in der EU betrifft: Diese Stützpunkte sind mehr oder weniger US-Territorium, auch wenn sie sich auf EU-Gebiet befinden. Somit müsste in einem solchen Fall nicht die EU-Beistandsklausel aktiviert werden, weil es ein Angriff auf US-Territorium wäre. Mit dem Artikel 5 der NATO (Bündnisfall) wäre das was anderes. Da ja die USA NATO-Mitglied sind, könnten in so einem Fall die NATO- Staaten, also fast alle EU-Staaten, zur Unterstützung der USA aufgerufen werden. Es ist allerdings auch in Artikel 5 nicht zwingend eine militärische Unterstützung vorgesehen. Und, wie gesagt; der Krieg wurde von den USA begonnen, nicht von der NATO. Eine verwirrende Lage.
Josef Höller, per E-Mail
Erschienen am Fr, 21.8.2026
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