Österreich im politischen Sommerloch: Da hört man, dass die Umfragewerte der SPÖ besorgniserregend sind. Aber warum wird nicht gesagt, dass schon der Verdacht im „SPÖ-Raum“ steht, es könnte am Parteivorsitzenden liegen. Der Tiroler LH Mattle plädiert jetzt schon für einen Spitzenkandidaten Stocker bei der Nationalratswahl 2029. Weil es schwierig war, in herausfordernden Zeiten Verantwortung zu übernehmen. Er betont auch, dass die Dreierkoalition schon einiges auf den Weg gebracht hat, es aber dauert, bis diese Maßnahmen beim Wählervolk ankommen und sich dann in den Umfragewerten für die ÖVP spiegeln. In der Folge könnten dann auch wieder Wahlen gewonnen werden. Diese Wortspenden drücken sehr deutlich das Gedankengut der Politik aus. Zuerst die Partei, dann lange nichts und irgendwann das Wahlvolk. Wirklich besorgniserregend ist die budgetäre Situation Österreichs, der Unwille der Parteien, budgetwirksame Reformen im Bereich Föderalismus, Pensionen, Bildung und Gesundheit zu wollen, die nahezu triumphale Inszenierung von einzelnen kleinen Maßnahmen zu Einsparungen beim Volk. Zudem nach wie vor Postenschacher, Anklagen, Untersuchungsausschüsse wegen Verfehlungen, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Das alles ist besorgniserregend, nicht Umfragewerte der Parteien, die deren Unfähigkeit zum Ausdruck bringen. Das Wahlvolk ist nicht so naiv zu erkennen, wer ehrlich und für Österreich arbeitet. Und wenn diese Arbeit ordentlich gemacht wird, werden Wahlen gewonnen und nur dann. Das sollte eigentlich auch in Parteiköpfen verwurzelt sein.
Harald Koller, Sitzenberg-Reidling
Erschienen am Do, 13.8.2026
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