Die Stellungnahme des ORF-Stiftungsratsvorsitzenden Lederer vorgestern (gegen 13.30 Uhr) war interessant. Er betonte, dass die vier bis dahin gewählten Direktorenposten kompetent und eine gute Wahl seien. Ich frage mich, auf welche Expertise hin der Stiftungsrat diese Damen und Herren wählt. Denn wenn es stimmt, was Herr Westenthaler kritisiert, kann ich nur sagen: Transparenz ist für den ORF ein Fremdwort. Was wird nun kritisiert? Die Bewerbungsunterlagen sollen nicht vollständig an den Stiftungsrat übermittelt worden sein, Zukunftskonzepte nicht vorgelegt. Die neu gewählten Direktoren durften nicht befragt werden. Das ist ein Skandal sondergleichen. Wie können dann die Stiftungsräte eine transparente, der Ausschreibung entsprechende und unabhängige Wahl bestätigen? Da wird es interessant werden, was die EU in Hinblick auf den neuen EMFA (European Media Freedom Act) dazu sagt bzw. wie ernst sie ihre eigenen Gesetze nimmt. Dass sich dann auch noch gerade der Vorsitzende Lederer dafür starkmacht, ist schon befremdlich. War er nicht auch schon bei der Causa Weißmann federführend? Wird nicht gegen ihn ermittelt? Kam er nicht auch wegen Verflechtungen seiner PR-Firma und dem ORF in die Schlagzeilen? Wie kann man all diese Anschuldigungen (es gilt die Unschuldsvermutung, Anm.) mit dem Vorsitz des ORF-Stiftungsrates vereinbaren? Diese Vorgänge zeigen deutlich, dass nicht nur die ÖVP ein Problem mit Moral und Anstand hat. Aber von uns wird genau das ständig gefordert. Wer nicht mit gutem Beispiel vorangeht, darf sich nicht wundern, wenn sich Menschen immer weiter von SPÖ und ÖVP abwenden!
Helga Reiter, Linz
Erschienen am Do, 13.8.2026
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