Marokko bekommt viel Geld von der EU, um einerseits seine eigenen Staatsbürger bei Abschiebungen zurückzunehmen und um andererseits die Migranten anderer afrikanischer Länder vom Eindringen nach Ceuta und Melilla, das sind die spanischen Exklaven auf afrikanischem Boden, aufzuhalten. Für viele dieser afrikanischen Migranten wäre damit Marokko Sackgasse und Endstation ihrer Migrationsreisen. Mit dem Massenansturm auf Ceuta, wie wir ihn unlängst erlebt haben, sind natürlich auch viele Nicht-Marokkaner nach Ceuta gekommen. Der Massenansturm der Marokkaner wurde vom offiziellen Marokko, wenn nicht ausgelöst und unterstützt, so zumindest nicht behindert. Und dabei ist Marokko auch Tausende von nicht marokkanischen Migranten losgeworden. Die marokkanischen Eindringlinge wurden in der Folge abkommensgemäß zurückgenommen. Die nicht marokkanischen Eindringlinge aber sind in Ceuta verblieben, Tausende, ein guter Teil davon Minderjährige. Die meisten werden früher oder später am Festland von Spanien landen, weil die Aufnahmelager in Ceuta nicht alle Menschen fassen können. Eine zufällige oder bewusste Begleitfolge des Massenansturms? Oder marokkanische Strategie? Hoffentlich ist man sich in Brüssel dieses Problems bewusst und zieht Konsequenzen. Wie man so erfährt, steht ein weiterer Massenansturm auf Ceuta für die nächste Zeit bevor. Wie ist man dafür in Brüssel gerüstet? Hat man Kontakt zur marokkanischen Regierung?
Peter Lang, Wien
Erschienen am So, 9.8.2026
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