Die Transparenzdatenbank zeigt, dass viele Berufspolitiker anscheinend nicht ausreichend beschäftigt sind. Neben ihrem Mandat bleibt ihnen genügend Zeit, um einer zweiten oder gar dritten Beschäftigung nachzugehen. Ob selbstständiger Unternehmer, Manager, Landwirt oder freigestellter Betriebsrat und Gewerkschafter, allen bleibt genügend Zeit, um neben dem Mandat als Nationalrat noch andere Tätigkeiten auszuüben. Dabei betonen sie selbst immer wieder, wie umfangreich, zeitintensiv und oftmals familienfeindlich der Job eines Berufspolitikers ist. Doch nicht wenige Berufspolitiker schaffen mühelos den Spagat, zwei oder mehrere Vollzeitjobs unter einen Hut zu bringen. Ihr in der Transparenzdatenbank angegebener monatlicher Zuverdienst durch eine Zweit- oder Drittfunktion führt unweigerlich zur Frage: Was macht dieser Mensch, wann und wie und bei welchen seiner vielen Tätigkeiten? Ist er oder sie dort nur körperlich, temporär oder nur halb engagiert dabei? Es verwundert nicht, dass die Politik unter massivem Glaubwürdigkeitsverlust leidet. Wer mehrere Durchschnittsverdienste eines Facharbeiters lukriert, muss sich schon die Frage gefallen lassen, ob die Tätigkeit als Berufspolitiker, die anscheinend nur nebenbei ausgeübt werden kann, nicht zu hoch entlohnt ist. Wer hohe Einkünfte aus Nebentätigkeiten hat, muss dafür etwas leisten. Ein politisches Mandat als Nationalrat eröffnet offenbar die Möglichkeit eines lukrativen Nebenerwerbs. Das politische Mandat wird zwar als Vollzeitjob gut entlohnt, doch viele Mandatsträger verstehen diese Tätigkeit als zweitrangig und haben überaus lukrative Nebenerwerbsfunktionen.
Franz Peer, Linz
Erschienen am Fr, 3.7.2026
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