Das freie Wort

NGOs – Respekt statt Kriminalisierung

Der Begriff NGO wird von der FPÖ gezielt zum Feindbild aufgebaut, dabei sind es unsere Vereine, die dieses Land im Kern zusammenhalten. In Österreich engagieren sich 3,8 Millionen Menschen ehrenamtlich – von der Feuerwehr bis zum Sportverein. Müsste der Staat all diese Leistungen selbst stemmen, wäre er pleite. Der Vorwurf, dass NGOs Milliarden an Förderungen bekämen, ist frei erfunden. Gemeinnützige Organisationen ersparen dem Steuerzahler vielmehr jährlich über 22 Milliarden Euro! Die Kritik an vermeintlichen „Doppelförderungen“ zeugt von tiefem Unverständnis oder bewusster Täuschung. Es handelt sich immer um notwendige Co-Finanzierungen: Hospize oder Rettungsdienste werden von Bund, Land und ÖGK gemeinsam getragen. Das ist keine kriminelle Verschwendung, sondern effiziente Aufgabenteilung. Wer die Kofinanzierung skandalisiert, greift die Grundversorgung aller Österreicher an. Dass ausgerechnet jene diffamiert werden, die Mitmenschen ohne Ansehen der Herkunft oder der sexuellen Orientierung helfen, ist beschämend und zutiefst unchristlich. Ihr Einsatz verdient Respekt statt Kriminalisierung. Ohne sie gäbe es bald kein Konzert, keine Kindergruppe und keine Altenpflege mehr.

Mag. Thomas Immervoll, Vizepräsident der Katholischen Aktion Österreich, Wien

Erschienen am So, 3.5.2026

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