Die Freude der Ungarn über die Abwahl Orbáns ist nachvollziehbar und verständlich. 16 Jahre sind einfach lang, die wirtschaftliche Lage der Menschen ist nicht wirklich befriedigend und man hat sich Veränderung in diesem festgefahrenen System gewünscht. Der neue Ministerpräsident ist nicht einmal noch im Amt, man weiß noch gar nicht, in welche Richtung Ungarn jetzt gehen wird. Die überschießenden, emotionalen Freudensbekundungen in der EU sind daher nicht angebracht, nicht sehr professionell und entbehren jeder Grundlage. Die EU würde gut daran tun, sich erst einmal vornehm zurückzuhalten und nicht emotional getrieben zu agieren. Allen voran ist wieder einmal die österreichische Außenministerin an Peinlichkeit nicht zu überbieten. „Willkommen zurück, liebe Nachbarn“ – mehr ist ihr zur Abwahl Orbáns nicht eingefallen. Die „Nachbarn“ waren nie weg, sind selbstverständlich Teil der EU. Sie haben sich halt nicht so verhalten, wie man es sich wünschte.
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