Maßlos enttäuscht hat mich der Bundespräsident mit seinem Abgehen von der jahrzehntelangen Usance, die stimmenstärkste Partei mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Trotz Van der Bellens kalkuliertem Vorgehen und aller rhetorischen Akrobatik ist augenscheinlich, dass es vor allem auch seine persönliche Antipathie gegenüber Kickl und dessen Partei nicht zuließ, der FPÖ auch nur die Ehre der Führung von Regierungsverhandlungen zukommen zu lassen. In diesem Licht stellt sich für mich die Frage, wie aufrichtig diverse frühere Aussagen Van der Bellens, wie etwa das Einende über das Trennende zu stellen oder das von Politikern eingeforderte Zurückstellen persönlicher Befindlichkeiten zum Wohl Österreichs, sein konnten, wenn er selbst dazu nicht einmal in diesem Umfang dazu bereit ist.
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