Ich muss DI Dr. Klaus Woltram widersprechen, wenn er in seiner Kolumne QUERGEDACHT behauptet: „In jedem Fall geht dem Ausbruch des Krieges eine längere Phase militärischer und propagandistischer Aufrüstung voraus.“ Die letzten Kriege begannen aus dem Stand, ohne Mobilmachung und lange Aufrüstungszeit. Bewaffnete Konflikte im 21. Jahrhundert entstehen unangemeldet und kaum sichtbar aus heiterem Himmel. Siehe Ukraine und Israel. Die neue hybride Kriegsführung bringt eine unübersichtliche und gefährliche Sicherheitslage weltweit. Hightech-Waffen, Cyberattacken, Terrorangriffe und Digitalisierung ermöglichen es. Potenzielle Aggressoren verwenden komplexe Bedrohungen und setzen auf einen geringen Widerstandswillen der demokratischen Staaten. Die europäischen Staaten haben einen Nachholbedarf in der umfassenden Landesverteidigung. Es wird nicht aufgerüstet, sondern nachgerüstet, um sich verteidigen zu können. Der Chef der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, fordert für die EU Atomwaffen zur Abschreckung. Die EU hat jedoch keine entscheidungsfähige Stelle, die für den Einsatz von Atomwaffen legitimiert ist. Außerdem wäre der Atomwaffensperrvertrag ein Hindernis. Sicherheitspolitisch bemerkenswert: Bisher wurde noch kein Atomwaffenstaat angegriffen. Hätte die Ukraine nicht die Atomwaffen an Russland abgegeben, wäre ihr dieser schreckliche Krieg erspart geblieben.
Oberst i. R. Kurt Gärtner, Wels
Erschienen am Fr, 9.2.2024
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