Sieben Landeschefs wie auch die Flughafenvorstände verlangen, die Flugticketsteuer von 12 Euro je Ticket abzuschaffen. Da wollen sie uns weismachen, dass jemand wegen 12 Euro statt von Wien nach Bratislava oder statt von Graz nach Laibach reist und von dort wegfliegt. Da zweifle ich an ihrem wirtschaftlichen Verständnis. Ein weiteres Argument, dass dadurch deutlich mehr Touristen nach Österreich kommen, ist hanebüchen. Mit einem 12 Euro günstigeren Flugticket wird deshalb kein einziger Urlauber mehr ins Land kommen. Ich kenne auch niemanden, welcher seinen Urlaub in Slowenien oder Kroatien verbringt, nur weil dort Benzin oder Diesel für einmal mit dem Auto tanken um 15 Euro billiger ist. Die Flughäfen unserer östlichen Nachbarländer profitieren nicht wegen des lächerlichen 12-Euro-Ticketsteuerbetrags, sondern weil sie effizienter arbeiten sowie deutlich geringere Personal- und Parkkosten haben. Daher würde auch ein Wegfall der Flugticketsteuer nichts verändern, außer die Flughäfen verdienen noch mehr. Wichtiger wäre es, den Flugverkehr endlich mal umweltgerecht zu besteuern. Bei den Autofahrern wird bei Treibstoff abkassiert, dass es nur so raucht. Der Flugverkehr, deutlich umweltbelastender als das Auto, wird kaum besteuert. Wo bleibt da die Fairness? Das sollte EU-weit erfolgen. Die EU will eh ihr Budget deutlich erhöhen. Warum fordert Österreich nicht eine gerechte Treibstoffsteuer fürs Fliegen ein? Aber mit einem Flugabgabeverzicht von 12 Euro, um mehr Menschen mit dem Flieger nach Österreich zu locken, welche auch mehr CO2 verursachen, im Gegenzug dafür die Bevölkerung samt Autofahrer mit CO2-Steuererhöhungen belasten und vielleicht nach Brüssel Strafe zahlen, das soll vorteilhaft sein? Entlastet endlich die Autofahrer und führt eine umweltangepasste Flugsteuer ein, alles andere finde ich ungerecht. Ich bin mir aber sicher, die Fluglobby wird sich weiterhin durchsetzen.
Ing. Anton Kern, Graz
Erschienen am Fr, 30.10.2026
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