Dass es einen gewissen Teil der Gesellschaft gibt, der sich in Krisenzeiten von Halb- und Unwahrheiten leiten und von Hassbotschaften aufhetzen bis radikalisieren lässt, haben wir schon während der Corona-Pandemie erlebt. Dass auch Kriege eine enorme gesellschaftliche Sprengkraft haben und eine große Bedrohung für die Demokratie sind, erleben wir seit eineinhalb Jahren. Es geht nicht „nur“ um alle Arten von Schwurblern, Verschwörungstheoretikern und extremen bis radikalen Gruppen. Es geht auch um Politiker, die sich zwecks Stimmenfang mit solchen Personen gemeinsam auf Bühnen von Demonstrationen zeigen und mit ihnen gemeinsame Sache machen. Wir brauchen keinen starken Mann, der mit eiserner Hand an der Spitze des Staates steht und fast ausschließlich über seinen eigenen Partei-TV-Kanal nur ausgewählte Botschaften unters Volk bringt. Wir brauchen in Krisen Politiker, die parteiübergreifend gemeinsam an besten Lösungen arbeiten. Medien, die nicht jedem uneingeschränkt eine Stimme geben. Eine Polizei mit mehr Handhabe. Einen Datenschutz, der nicht unsere Sicherheit gefährdet. Eine Gesellschaft, die sich nicht auseinanderdividieren lässt. Ob wir das hinkriegen? Besser, wir schaffen das!
Christian Stafflinger, Linz
Erschienen am Mo, 13.11.2023
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