So offensichtlich wie bei diesem G20-Gipfel war der Niedergang der westlichen Vorherrschaft noch nie. Xi Jinping, der Präsident Chinas, zog den Besuch zweier chinesischer Bauerndörfer dem Erscheinen auf dem Treffen der vermeintlich Mächtigsten dieser Welt vor, und Präsident Putin hatte anscheinend auch Besseres zu tun. Die Wichtigen der freien westlichen Welt gaben nahezu ein Bild der Lächerlichkeit ab. Der Präsident der USA, dessen physische und psychische Probleme wohl keiner mehr übersehen konnte, der eher farblose deutsche Regierungschef, der gegenwärtig problemlos in einer Nebenrolle von „Fluch der Karibik“ durchgehen würde, der immer hilflos wirkende EU-Ratspräsident Charles Michel, die ausnahmsweise eher wortkarge EU-Präsidentin von der Leyen u. v. m. Und nun zu den Erfolgen dieses kostspieligen und tonnenweise CO2 emittierenden Spektakels in Neu-Delhi. Indien, mit fast doppelt so vielen Einwohnern wie die USA und die EU gemeinsam, hält fest, dass es die nächsten Jahrzehnte seine Kohlekraftwerke weiter ausbaut. Die Schuld am Ukraine-Krieg, die beim letzten Treffen noch allein Russland zugeschrieben wurde, sehen heute viele nichtwestliche Machthaber auch etwas anders als Scholz, Baerbock, unser Außenminister Schallenberg und zahlreiche andere kurzsichtige Kriegsbefürworter. Damit das diesjährige Treffen der G20 nicht als völlig gescheitert in die Geschichte eingeht, einigte man sich auf eine schwammige Abschlusserklärung, die sogar Präsident Putin wohlwollend kommentierte. Der schleichende Machtverlust der westlichen Welt nimmt zügig Fahrt auf, und die einst Mächtigen verzetteln sich weiter in „Wokeness“ und Selbstverliebtheit.
Alexander Neumann, Grünbach am Schneeberg
Erschienen am Di, 12.9.2023
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