Herr Professor Filzmaier diagnostiziert unserem Land, dass wir bald eine Demokratie ohne taugliches Personal sein werden. Ich widerspreche in diesem Punkt, denn das ist untertrieben! Ich glaube, wir haben insbesondere auf Bundesebene jetzt schon eine so schwache Riege von Politikern und Politikerinnen, wie wir sie nach 1945 noch nie hatten – betrüblicherweise gerade jetzt, in einer extrem herausfordernden Zeit. Dass sich viele gestandene Persönlichkeiten diese Mammutaufgaben „nicht antun wollen“, kann ich verstehen, aber dass „wir alle mitschuldig sind“, das sehe ich nicht so. Wir, das Wahlvolk, können nur jemanden wählen, der auch zur Wahl steht. Diese Personen werden meist von einer Partei aufgestellt, und ich glaube, es ist vielmehr so, dass die jeweiligen Auswahlkriterien vorweg schon zu schlechten Personalentscheidungen führen. Zu oft funktioniert eine Kandidierung nach dem so genannten „Peter-Prinzip“, wo wir Immer wieder erlebten, dass Politiker aus wahltaktischen Gründen zuerst hochgejubelt sowie in den Status von Halbgöttern (Stimmenbringer!) erhoben wurden und dann an ihrer Eitelkeit, Selbstüberschätzung und Geltungssucht, gepaart mit Gier, scheitern. Sie werden vom „Peter-Syndrom“ infiziert. Des Weiteren geschieht häufig die Personalauswahl beim tosenden Abgang eines Politzampanos so, dass diese/r dann ein „wohlbestalltes Haus hinterlassen“ – nämlich eine/n oft bewusst schwächere/n Nachfolger/in oder „Kronprinzen“ inthronisieren, die sehr bald dann deren „Level der Inkompetenz“ erreichen und fortan sich mit allen Mitteln an ihrem Sessel festhalten. Dies sieht in der Praxis so aus, dass man nur das tut, was vorrangig seiner eigenen Politkarriere nützt oder mittels allerlei übler Polittricks, wie der Verweigerung des demokratischen Dialogs, durch Lagerbildung, durch Ausgrenzung, Vernaderung und Ähnliches mehr sowie durch inhaltsleere PR-Aktionen, sprich „heiße Luft“, die Bevölkerung „einnebelt“, um damit vorrangig potenzielle Konkurrenten abzuwehren. Es gibt auf der anderen Seite selbstverständlich auch das „Nichtstun“ als Programm, denn dadurch – so das Kalkül – kann man auch keine Fehler beziehungsweise sich angreifbar machen. Schlussendlich zeigt sich dann bei fehlendem fachlichen Background, dass man bei anstehenden Entscheidungen von zwei Möglichkeiten mit Zielsicherheit häufiger die falsche erwischt. Aus all diesen Gründen und mehr agiert heute unser aktuelles „Dreamteam Austria“ kilometerweit weg vom Wählerauftrag und der breiten Bevölkerung und man geht sogar so weit, das man das Wort „populistisch“, was eigentlich „volksnah“ heißt, als No-Go unserer Politik verteufelt. Eine Neuwahl als Lösung? Fehlanzeige, siehe oben!
Dr. Otto Wanker, Deutschlandsberg
Erschienen am Mi, 5.10.2022
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