Das freie Wort

Kriegsende am Verhandlungstisch?

Aktuell wird Sebastian Kurz von vielen Seiten für seine Aussage – bisher habe noch jeder Krieg am Verhandlungstisch geendet – heftig kritisiert, teilweise sogar wüst beschimpft. Ein Kriegsende, das nicht am Verhandlungstisch vereinbart wurde, wäre ein Kriegsende am Schlachtfeld, was nur so aussehen könnte, dass entweder der letzte kämpfende Soldat einer Kriegspartei tot umfällt oder die gesamten verbleibenden kampffähigen Soldaten einer Kriegspartei in Gefangenschaft genommen werden oder die gesamten verbleibenden kampffähigen Soldaten einer Kriegspartei ihre Waffen ohne vorherige Verhandlung und/oder Vereinbarung mit der jeweiligen militärischen und/oder politischen Führung geschlossen niederlegen und sich ergeben. In keinem der zitierten Beispiele dafür, dass Sebastian Kurz mit seiner Aussage historisch betrachtet unrecht hat, ist das der Fall. Auch wenn die politische und/oder militärische Führung einer Kriegspartei zum Unterzeichnen einer bedingungslosen Kapitulation gezwungen wird oder eine der Krieg führenden Parteien von sich aus kapituliert und man sich dann am Verhandlungstisch trifft; solange sich noch kampffähiges Material und Soldaten auf dem Schlachtfeld befinden, ist es ein Ende am Verhandlungstisch. Für mich lässt sich die heftige und teils beleidigende Reaktion auf die getroffene Aussage von Sebastian Kurz nur damit erklären, dass offensichtlich bei einigen panische Angst vorherrscht, dass Sebastian Kurz doch wieder in die Politik zurückkehrt und die politische Landschaft sich damit wieder massiv verändert.

Helmut Franz, Purkersdorf

Erschienen am Mi, 8.6.2022

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