Das freie Wort

Gedanken zur Pandemiebekämpfung

Anfangs, im Frühjahr 2020, war ich ja ziemlich einverstanden mit den Aktionen unserer Regierungsmitglieder und dachte mir: „Wow, die trauen sich was entscheiden, und gemeinsam werden wir durch diese schwierige Zeit hinwegkommen.“ Sämtliche Kritiken habe ich nicht verstanden, denn im Nachhinein ist immer leicht meckern, was man hätte besser machen können, schließlich war dieses Thema für alle Neuland. Aber nach der ersten überstandenen Welle entstanden meiner Meinung nach immer häufiger Fehler, die in den jetzigen Regeln, gültig seit 15. 9. 2021, ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen, die keiner mehr versteht und deren Komplexität haarsträubend ist. Da werden Unterschiede zwischen MNS und FFP2-Masken gemacht. Für die einen genügt das, für die anderen ist das erforderlich. Wie wäre es mit einer Vorschrift für alle. Es gibt nur FFP2 – Punkt. Weiters werden Unterschiede im Handel gemacht. Für ein Geschäft genügt das, für das andere ist das erforderlich. Wie wäre es mit einer gemeinsamen Lösung. FFP2 in allen Geschäften – Punkt. Und in allen Öffis sowieso. Nun zu den Schulen, wo momentan der größte Schwachsinn stattfindet. Schüler gehen zur Schule und werden getestet. Das Ergebnis bekommen sie am nächsten Tag. Wenn ein Test positiv ist, müssen dieser Schüler und alle K1-Personen (links, rechts, vorne, hinten) in Quarantäne, und die Lehrkraft muss Präsenzunterricht- und Homeschooling gleichzeitig durchführen. Zu diesem Zeitpunkt hat aber dieser positive Schüler wahrscheinlich schon 17 andere angesteckt, und der Schneeballeffekt nimmt seinen Lauf. In der ersten Schulwoche wurden in den östlichen Bundesländern 500 positive Fälle unter 490.000 Schülern entdeckt, und alleine in Niederösterreich gibt es schon 80 leere Schulklassen. Die wahre Anzahl wird man erst in 2 bis 3 Wochen erfahren. Nach einer Hochrechnung kommen im Westen nochmals 500 erstinfizierte Schüler dazu. Ich verstehe nicht, WARUM mussten nicht alle Schüler unmittelbar vor Schulbeginn privat einen Test durchführen, und nur negativ getestete Kinder dürfen das Schulgebäude betreten? Schließlich haben wir schon seit längerer Zeit flächendeckend Teststationen, wo dies möglich wäre. Wenn man schon beim östlichen Schulbeginn diesen Fehler machte, dann hätte man zumindest eine Woche später beim Schulbeginn im Westen gescheiter werden können. 100-prozentige Lösungen wird es nicht geben, aber vielleicht hätte man 100 Infizierte auf 10 reduzieren können. Vieles ist nicht zu verstehen. Übrigens: „Auf das Gendern habe ich leider vergessen!“

Reinhard Biehal, Weidling

Erschienen am Fr, 17.9.2021

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