Nachdem US-Präsident Donald Trump die Feuerpause für beendet erklärt hatte, haben die USA erneut Ziele im Iran angegriffen. Explosionen wurden aus der Küstenregion gemeldet. Teheran griff daraufhin US-Militärstützpunkte in den Golfstaaten an. Die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Ende der Verhandlungen für das umstrittene Abkommen zwischen Amerika und dem Iran liegen genauso in weiter Ferne wie die herbeigesehnte und immer wieder verkündete freie Fahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus. Entwertet werden die Gespräche zwischen der Trump-Administration und dem Mullah-Regime zusätzlich durch das brüchige Abkommen Israels mit dem Libanon. Teheran hat die Waffenruhe mit den USA mit jener im Libanon verknüpft, was von Netanyahu immer wieder ignoriert wird. Das Abkommen mit Teheran ist für die Trump-Administration so wie der selbst angezettelte Krieg mit dem Iran in einer Sackgasse. Beide Konfliktparteien kehren zwar nach dem militärischen Konflikt immer wieder an den Verhandlungstisch zurück, verfallen aber auch laufend in bekannte Muster. Nachrichten über Fortschritte werden zurückgenommen, und Trump droht mit Angriffen auf den Iran, bevor wieder Fortschritte vermeldet werden. Der Teufelskreis setzt Trump innenpolitisch wie außenpolitisch unter Druck. Seine gesunkenen Umfragewerte und die alarmierend schlechten Aussichten für seine Republikaner bei den Zwischenwahlen im November sorgen für steigende Kritik. Was macht Europa? Vorerst scheint keine Mission der Europäer für die Straße von Hormus geplant zu sein. Auch wenn Frankreich und Großbritannien mit dem Oman an einer Absicherung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus arbeiten, scheint eine Lösung in weiter Ferne. Freie Fahrt durch die wichtige Straße von Hormus wäre zwar für die Wirtschaft wichtig und würde die Preise für Öl sinken lassen, doch eine etwaige Teilnahme an Trumps Krieg mit dem Iran hält die Europäer von einer direkten Einmischung ab. So bleibt die Region im Nahen Osten ein Pulverfass, welches jederzeit explodieren kann. Die Welt wird sich darauf einstellen müssen, dass der Konflikt zwischen den USA und dem Iran länger dauert als erhofft!
Mag. Hans Rankl, St. Pölten
Erschienen am Fr, 10.7.2026
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