Das freie Wort

Sorge um das Mittelmeer

Langsam wird das Mittelmeer für die Bewohner zur „Todeszone“, in dieser Giftbrühe wird das Leben immer schwieriger. Die Millionenmetropole Istanbul bekommt schon einen kleinen Vorgeschmack, die hat zurzeit mit einer nie da gewesenen Schleimplage zu kämpfen. Schuld soll wieder einmal der Klimawandel sein. Wegen der Erderwärmung kann das Meer nicht mehr genug Sauerstoff aufnehmen, dadurch vermehren sich die Algen und natürlich auch die Quallen. Ganz so einfach ist es leider nicht, für diese Katastrophe ist vor allem der Mensch verantwortlich. Das Meer ist hoffnungslos überfischt, unzählige Fischarten sind bereits verschwunden. Zudem werden immer mehr giftige Abwässer ins Meer abgelassen, zahlreiche Industrie-Betriebe entsorgen so ihren Dreck und sparen hohe Kosten. Auch von den meisten Hotel-Anlagen führen dicke Rohre direkt ins Wasser, da bleiben wohl die Kanalgebühren recht überschaubar. Und wenn sich im Sommer Millionen Touristen ihre Fettbäuche eincremen und dann im Wasser planschen, dann werden wohl auch ein paar Tonnen Sonnencreme dazukommen. Kaum zu glauben, dass in dieser Brühe noch immer gebadet wird. Und für dieses fragwürdige Vergnügen nehmen die Urlauber auch noch ordentlich Geld in die Hand.

Werner Schupfer, Attnag-P.

Erschienen am Fr, 11.6.2021

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