Die Wiege der Kultur stand bekanntlich außerhalb Europas, aber der Kontinent hat der Welt vor allem in der nachchristlichen Zeit in dieser Richtung trotz aller Gegenläufigkeiten viel gegeben. Die sogenannte Wissenschaft versucht sich derzeit in der Demontage dieser Werte. Nachdem die frühere Elite-Universität Oxford die Musik von Beethoven und Mozart als kolonialistisch denunziert hat, folgen US-Hochschulen mit der Erklärung, dass die griechische und römische Kultur, das klassische Altertum schlechthin, die Grundlagen für Rassismus, Kolonialismus und damit für die weiße Vorherrschaft geschaffen haben und Homer, Platon etc. aus dem Lehrplan genommen oder zumindest stark reduziert werden sollten. Neuerdings wirft man Nobelpreisträger Robert Koch, der mit seinen Forschungsarbeiten die Grundlagen für die Behandlung von Infektionskrankheiten geschaffen hat, fragwürdige Methoden bei Feldversuchen in Afrika vor und hat sogar vorgeschlagen, das nach ihm benannte RKI, eine führende Gesundheitseinrichtung in Deutschland, umzubenennen. Die Selbstzerfleischung Europas nimmt Fahrt auf, und es gibt anscheinend genug Kräfte im sogenannten Bildungsbürgertum, die das beschleunigen.
Mag. Martin Behrens, Wien
Erschienen am Fr, 7.5.2021
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