Ohne Zweifel leiden die Jungen sehr in der Coronazeit, weil sie den Mangel an Kontakten altersbedingt am intensivsten spüren. Allerdings stehen ihnen viele Mittel zur Verfügung, sich mit ihren Freunden in Verbindung zu setzen. Meiner Ansicht nach hat man aber viel zu wenig das stille Leiden der alten, kranken und dementen Menschen thematisiert. Es wurden zwar die Coronatoten täglich gezählt und allen zur Kenntnis gebracht, aber jene Menschen, die an purer Verzweiflung in den diversen Heimen zugrunde gingen, wurden regelrecht totgeschwiegen. In ihrer Haut zu stecken muss wohl der absolute Horror gewesen sein. Sie konnten sehr häufig gar nicht verstehen, was mit ihnen geschah. Die Maskierung der BetreuerInnen und der plötzliche und radikale Liebesentzug ist wohl das Schlimmste, was einem in fragilem Zustand passieren kann. Diese Menschen sind nicht einfach gestorben, sie sind elendiglich krepiert.Auf dieses unsagbare Leid mit unzähligen Opfern sollte in einer zivilisierten Gesellschaft ebenfalls der Fokus gerichtet werden
Mag. Lydia Straka, Graz
Erschienen am Do, 29.4.2021
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